Studie „Frauen im kirchlichen Ehrenamt“

Oberkirchenrätin Reiner: Zunehmend mehr Frauen in leitenden Funktionen

Wien, 28. November 2001 (epd Ö) „Es ist ein grundsätzlicher Anstieg der Frauen in leitenden und liturgischen Positionen zu verzeichnen“, erklärte Oberkirchenrätin Dr. Hannelore Reiner bei der Präsentation der Studie „Frauen im kirchlichen Ehrenamt“ am 22. November in Wien. Als Gründe dafür nennt die im Auftrag der Evangelischen Akademie Wien erarbeitete Studie einerseits ein gesteigertes Selbstbewusstsein der Frauen, andererseits bessere und gezieltere Schulungen.

Künftig müsse den ehrenamtlich tätigen Frauen im kirchlichen Bereich „noch mehr Anerkennung und eine bessere Absicherung beispielsweise in Form des Versicherungsschutzes und der Kostenrückerstattung zukommen“, betont Reiner. Dabei sei vor allem auf den ökonomischen Aspekt hinzuweisen: Unter 55 Beschäftigten im Rahmen der Kirche sind 48 Ehrenamtliche. „Das ganze Land stünde still, wenn alle Ehrenamtlichen für drei Wochen streiken würden“, so Reiner. Ehrenamtliche arbeiten vor allem in den Bereichen Kinderkreis, Kirchenkaffee und Besuchsdienst. Dennoch fehle nach wie vor eine frauenspezifische Sprache, Gestik und Inhalte in den Sonntagsgottesdiensten.

Zentrale Themen der Studie sind, so die Autorinnen Astrid Winkler und Monika Bauer, die Neubestimmung der Rahmenbedingungen für die ehrenamtlichen Tätigkeiten und die Frage nach der Erwerbstätigkeit als Hindernis für Ehrenamt.

Die Studie hat außerdem gezeigt, dass auch im zu Ende gehenden „Jahr der Ehrenamtlichen“ für ehrenamtlich Tätige vor allem die sinnvolle Aufgabe, Freude und der Umgang mit Menschen im Vordergrund steht.

ISSN 2222-2464