Salzburg: Ökumene-Initiativen im sozialen Bereich

Bibelausstellung für das Jahr 2003 in der Mozartstadt geplant

Salzburg, 24. Oktober 2001 (epd Ö) Der neue Vorstand des „Ökumenischen Arbeitskreises Salzburg“ will in Zukunft verstärkt im sozialen Bereich gemeinsame Initiativen setzen. Das betonten die drei Vorstandsmitglieder Luise Müller, Superintendentin der evangelischen Diözese Salzburg/Tirol, Seelsorgeamtsleiter Balthasar Sieberer von der Erzdiözese Salzburg und Markus Fellinger von der evangelischen Methodistenkirche am Dienstag in einem Pressegespräch. In mehreren Projekten – geplant ist eine große ökumenische Bibelausstellung in der Mozartstadt für das Jahr 2003 – soll das religiöse Leben in der Stadt Salzburg bereichert werden.

Seit 1. September 2001 arbeiten die drei Kirchenvertreter zusammen. Sie tragen die „Altlasten“ des vergangenen Herbstes mit, als die Auseinandersetzungen um die ökumenischen Gottesdienste in der Pfarre St. Paul und in Kaprun nach der Gletscherbahn-Tragödie „unsere Zusammenarbeit enorm belastet haben“, erzählte Superintendentin Müller. Jetzt sei es an der Zeit, „sich zu versöhnen und die Verschiedenheit der einzelnen Konfessionen zu respektieren“, meinte dazu Fellinger. Für ihn ist das Interesse der Salzburger an der Ökumene schwächer geworden. „Die Decke der Angst ist dicker geworden“, betonte Fellinger. Die großen Kirchen würden aber auch die kleinen brauchen, um sensibler agieren zu können.

Das Wissen der Menschen um christliche Inhalte sei „allgemein dünner geworden, um andere Religionen verstehen zu können“, meinte Superintendentin Müller. Viele würden gar nicht wissen, dass es verschiedene Konfessionskirchen gebe. Seit dem Terroranschlag in New York am 11. September dieses Jahres kämen wieder mehr Besucher in die evangelischen Gottesdienste. „Die Sehnsucht nach einer tragfähigen Lebensgrundlage ist da“. Die Religionen sollten international verstärkt zusammenarbeiten und Vorurteile abbauen, „sonst brauchen wir das Wort Weltfrieden gar nicht zu buchstabieren“, so Müller. Wichtig sei daher die Weiterbildung der hauptamtlichen Mitarbeiter aller Kirchen.

Gemeinsame ökumenische Gottesdienste, wie sie zum Beispiel auch vom Salzburger Landtag gefeiert würden, sind für den Ökumenischen Arbeitskreis weiterhin unverzichtbar. Die drei Vorstandsmitglieder halten aber ein verstärktes Engagement im ethnisch-christlichen Bereich für notwendig. In den kleineren sozialen Bereichen wie zum Beispiel in der Seelsorge funktioniere die ökumenische Zusammenarbeit seit Jahren sehr gut. „Wir müssen aber in Zukunft noch deutlicher aufzeigen, wie wir die Dinge sehen“, erklärte Prälat Sieberer.

Am Montag, dem 29. Oktober, findet um 19.00 Uhr ein „Friedensgebet der Weltreligionen“ zur gegenwärtigen Lage in der Salzburger Kollegienkirche statt. Initiatoren des Gebetstreffens sind das „AFRO-Asiatische Institut“ und der ökumenische Arbeitskreis. Auch Erzbischof Georg Eder soll zu diesem Gottesdienst kommen.

ISSN 2222-2464