Reformierte: Papst hat sich für Frieden eingesetzt

Stellungnahme von Landessuperintendent Neumann

Wien (epd Ö) – „Die evangelische Kirche H.B. wird Johannes Paul II als einen Menschen in Erinnerung behalten, der sich stets für Frieden und Versöhnung eingesetzt hat.“ Das schreibt der reformierte Landessuperintendent Mag. Wolfram C. Neumann in einer am Montag, 4. April, veröffentlichten Stellungnahme. Epd Ö dokumentiert den Wortlaut:

„Die evangelische Kirche H.B. wird Johannes Paul II als einen Menschen in Erinnerung behalten, der sich stets für Frieden und Versöhnung eingesetzt hat.

Deutlich war seine Stellung gegen den Irakkrieg, ebenso deutlich sein Eintreten für ein friedliches Nebeneinander von Palästinensern und Juden in je staatlicher Verschiedenheit.

Beeindruckt hat er die Weltöffentlichkeit auch mit seinem Schuldbekenntnis gegenüber dem jüdischen Volk und dem Eingeständnis, dass sich auch die römisch-katholische Kirche mitschuldig an den Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes gemacht hat.

Unermüdlich hat er die Auswüchse des neoliberalen Wirtschaftssystems angeprangert und sich für soziale Gerechtigkeit eingesetzt.

In diesen Punkten waren sich unsere beiden Kirchen sehr nah.

Nahe gekommen sind sie sich leider in anderen Punkten nicht, wie in der Marginalisierung der Theologie der Befreiung und deren Vertreter.

Schmerzlich bleibt uns in Erinnerung, dass uns unter seinem Pontifikat das „Kirchesein“ abgesprochen wurde und wir in der Frage der gegenseitigen Einladung zum Herrenmahl uns um keinen Schritt näher gekommen sind.

Johannes Paul II hat ganz sicher das Papstamt ganz neu gestaltet, indem er sich selbst zu den Menschen auf den Weg gemacht hat, um sie an ihrem Ort zu treffen. Sein Einsatz bis ins hohe, gebrechliche Alter war bewundernswert. Mit seinen Reisen hat er dem Amt des Papstes einen neuen, modernen und weltoffenen Zugang geschaffen. In seiner Person verband er eine bemerkenswerte Weltoffenheit und einen ebenso bemerkenswerten Konservatismus.

Welche Bedeutung ihm vor der Geschichte wirklich zukommt, wird erst die Zukunft erweisen, vielleicht noch zu unserer Zeit, vielleicht aber auch erst später. So ehrlich wollen wir in unserer Wahrnehmung sein.“

ISSN 2222-2464