Gleichstellung in der Evangelischen Kirche in Österreich

Die Evangelische Kirche sieht sich dem Grundsatz der Gleichstellung von Männern und Frauen verpflichtet. Im Oktober 2003 hat die Generalsynode eine Gleichstellungsordnung beschlossen. Mit dieser Ordnung setzt sich die Evangelische Kirche zum Ziel, die geschlechtsspezifische Diskriminierung hintan zu halten und Defizite in der Stellung von Frauen in der Kirche aufzuzeigen und zu beseitigen.

Gleichstellungseinrichtungen

Gleichstellungsbeauftragte:

Dr. Edda Böhm-Ingram
Dr. Edda Böhm-Ingram

Stellvertreter: Dr. Udo Jesionek

Die Aufgaben der Gleichstellungsbeauftragten umfassen:

  • Juristische Beratungs- und Vermittlungstätigkeit im Zusammenhang mit Gleichstellungsfragen
  • Beratung und Information über die staatlichen Bestimmungen im Bereich der Gleichbehandlung
  • Beratung im Zusammenhang mit Diskriminierung, bei Fällen von Mobbing und sexueller Belästigung im Bereich des Arbeitsplatzes bzw.
  • Tätigkeitsfeldes in den Evangelischen Kirchen

Die Gleichstellungsbeauftragte ist zu erreichen unter:
Adresse: p.A. Büro der Evangelischen Frauenarbeit i.Ö.
Blumengasse 4/6, 1180 Wien
E-Mail ta.xm1513490648g@mhe1513490648ob.ad1513490648de1513490648

Gleichstellungskommission:

Pfrin. Mag. Ulrike Frank-Schlamberger
Pfrin. Mag. Ulrike Frank-Schlamberger

Vorsitzende: Pfrin. Mag. Ulrike Frank-Schlamberger (Heilandskirche Graz)

Die Aufgaben der Gleichstellungskommission umfassen:

  • Stellungnahmen zur Lebenswirklichkeit von Frauen und Männern in den Evangelischen Kirchen
  • Entwicklung und Durchsetzung eines Frauenförderungsprogramms in den Evangelischen Kirchen
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Beratung über Problemfälle, wenn sie von der Gleichstellungsbeauftragten nicht geklärt werden können

Die Vorsitzende ist zu erreichen unter:
Adresse: Kaiser-Josef-Platz 9, 8010 Graz
E-Mail ts.eh1513490648criks1513490648dnali1513490648eh@re1513490648grebm1513490648alhcs1513490648-knar1513490648f1513490648

 

Projekte und Maßnahmen

Öffentlichkeitsarbeit

Die Gleichstellungskommission und die Gleichstellungsbeauftragte sensibilisieren MitarbeiterInnen, welche für Öffentlichkeitsarbeit zuständig sind, für gendergerechte Darstellung in Bild, Wort und Ton. Veröffentlichungen werden laufend auf Gendergerechtigkeit überprüft, periodische Vernetzungstreffen mit den für Öffentlichkeitsarbeit zuständigen MitarbeiterInnen vertiefen das Verständnis für gendergerechte Darstellung. Beispiele für konkrete Maßnahmen:

  • Vertreter des Presseamts zu Besuch in der Gleichstellungskommission (inklusive epd-Evaluation auf gendergerechte Darstellung in Bild und Wort)
  • Schulungen von MitarbeiterInnen in Pfarrgemeinden, welche dort für Öffentlichkeitsarbeit (Erstellung von Gemeindebrief, Homepage etc.) zuständig sind
  • „Schreibwerkstatt“ – in Zusammenarbeit mit Presseamt/Uschmann – Schulungen zu gendergerechter Sprachnutzung
  • Fachliche Begleitung von StudentInnen im Rahmen ihrer Diplomarbeiten mit Themenstellung, welche in den Zuständigkeitsbereich der Gleichstellungskommission fallen

Gendergerechte Formulierungen

Gendergerechte Formulierung von Rechtgrundlagen und internen Publikationen der Evangelischen Kirche A. und HB Österreich – Gesetzestexte werden der Gleichstellungskommission bzw. der Gleichstellungsbeauftragten zum Gegenlesen vor Inkrafttreten übermittelt. MitarbeiterInnen werden durch entsprechende Schulungen für gendergerechte Formulierungen sensibilisiert und im Anlassfall durch Mitglieder der Gleichstellungskommission auf Nichteinhaltung hingewiesen. Beispiele für konkrete Maßnahmen:

  • Korrekturenlesen sämtlicher Rechtgrundlagen vor Inkrafttreten durch die Gleichstellungsbeauftragte
  • „Saat- und epd-Evaluation“ bezüglich gendergerechter Darstellung in Bild und Wort
  • Schulungen der MitarbeiterInnen in Pfarrgemeinden, welche dort für Öffentlichkeitsarbeit (Erstellung von Gemeindebrief, Homepage etc.) zuständig sind
  • „Schreibwerkstatt“ – in Zusammenarbeit mit Presseamt/Uschmann – Schulungen zu gendergerechter Sprachnutzung

Personal – hauptamtliches und ehrenamtliches Personal

Personalentwicklung – speziell für Frauen zur Vorbereitung für leitende Funktionen mit dem Ziel, den Frauenanteil in Führungspositionen deutlich zu heben; Überarbeitung der Ehrenamts-Ordnung; Erarbeitung eines Verhaltenskodex für weltliche MitarbeiterInnen und Ehrenamtliche (wurde 2011 in Kraft gesetzt). Beispiele für konkrete Maßnahmen:

  • Gleichstellungsbeauftragte als Ansprechperson für Diskriminierungsfälle – Klärung rechtlicher Fragestellungen und optionale Einzelfallbegleitung
  • Spezielle Schulungen für Frauen zur Qualifizierung für Führungspositionen – beispielsweise Rhetorikseminar
  • Schulung „Sitzung und Recht“ für MitarbeiterInnen, welche in kirchlichen Gremien mitarbeiten

Religionsunterricht

Untersuchung, ob die einzelnen Lernfelder (LF) „geschlechterneutral“ dargeboten werden können, bzw. Entwicklung neuer LF. Beispiele für konkrete Maßnahmen:

  • Arbeitsunterlagen zum Thema „Gendergerechtigkeit“ mit den dafür zuständigen Stellen erarbeiten
  • Literaturliste zu „Rollenbilder“ erstellen und weiterleiten (sowohl für ReligionslehrerInnen als auch für Kinder- und Jugendliche)
  • Anbieten entsprechender Schulungen „Umgang mit Rollenbildern“ bzw. Vernetzung mit den für die Ausbildung verantwortlichen Personen/Institutionen (Analysen der gängigsten (im VS-LP) biblischen Geschichten nach Rollenbildern )
  • Infomaterial „Schreibwerkstatt unter GM-Aspekt“ erarbeiten
  • Gender-Seminar für ReligionslehrerInnen

Liturgie und Gottesdienst

Schulung und Sensibilisierung für gendergerechte Sprache im Rahmen der liturgischen Feiern. Beispiele für konkrete Maßnahmen:

  • Sensibilisierungsschulungen für PfarrerInnen und LektorInnen zum Umgang mit Rollenbildern und Verwendung gendergerechter Sprache in der Predigt und Liturguie

 

Weitere Informationen zur Gleichstellung

  • Bundesgesetz Gleichbehandlungsgesetz, ausgegeben am 23.06.2004, Nr. 66