„Plattform Christen und Muslime“ verurteilt FPÖ-Kampagnen

„Das christliche Kreuz ist kein Wahlkampfinstrument“

Wien (epd Ö) – Scharfe Kritik übt die „Plattform Christen und Muslime“ an den FPÖ-Kampagnen. Es gebe einen „zunehmenden Missbrauch der Religionsfreiheit und der Meinungsfreiheit durch islamophobe und ausländerfeindliche Kräfte“. Religiöse Symbole, etwa das christliche Kreuz, „haben als Wahlkampfinstrumente in der Hand von Politikern – wie des FPÖ-Obmanns Heinz-Christian Strache – nichts zu suchen“, hieß es in einer Aussendung der „Plattform“. FPÖ-Plakate mit dem Slogan „Abendland in Christenhand“ seien keine „kulturpolitische Aussage“, wie von der FPÖ behauptet werde, sondern „richten sich in volksverhetzender Weise gegen islamische Mitbürger“.

Es wäre tragisch, würden Österreicher in größerer Zahl „in die Falle einer gnadenlos opportunistischen Politik gehen“, die mit großer Regelmäßigkeit in Wahlkämpfen ihr „Christentum“ entdecke, dabei aber „in bestürzender Weise dokumentiert, wie sehr sie Geist und Inhalt der christlichen Botschaft verfälscht“. Wie leicht die Tendenzen einer verantwortungslosen Sprachverwilderung zum offenen Gesetzesbruch werden können, zeige nicht nur die wachsende Zahl antiislamischer, sondern auch antisemitischer und neonazistischer Äußerungen durch einzelne Jugendliche, wie die jüngsten Vorfälle in Ebensee und Auschwitz bewiesen, warnte die „Plattform“.

Die „Plattform Christen und Muslime“ wurde 2006 im Zuge des dänischen „Karikaturenstreits“ gegründet. Ihr gehören Persönlichkeiten aus den christlichen Kirchen, der Islamischen Glaubensgemeinschaft sowie aus Kultur und Medien an.

ISSN 2222-2464