Pfarrgemeinde Waiern protestiert gegen Abschiebung von Vladimir Y.

„Ausdruck einer unmenschlichen Bürokratie“

Waiern (epd Ö) – In einem offenen Brief an mehrere Kärntner Medien hat die evangelische Pfarrgemeinde Waiern gegen die Abschiebung des Asylwerbers Vladimir Y. protestiert. Die Pfarrgemeinde wolle damit „ein Zeichen setzen gegen Unmenschlichkeit und für den Schutz der Menschenrechte“, so Pfarrer Martin Müller.

Nach 12 Jahren werde „ein junger Mensch, der seinen Vater durch Ermordung verloren hat und dessen Mutter in Tschechien lebt“ aus seinem Asylland Österreich in sein inzwischen fremdes Geburtsland Kasachstan abgeschoben, wo er keine Existenzgrundlage mehr finden könne. „Die Entscheidung eines negativen Asylbescheids erscheint uns vor diesem Hintergrund äußerst fragwürdig. Dass die vollziehenden Behörden zudem nicht einmal in der Lage sind, vor der Abschiebung die Beendigung der Ausbildung zum Schweißer und eine medizinische Therapie abzuwarten, die nur mehr wenige Tage gedauert hätte, kann nur als Ausdruck einer unmenschlichen Bürokratie verstanden werden, die eines zivilisierten Landes unwürdig ist“, kritisiert die Pfarrgemeinde. In dem Protestschreiben, das von einer Unterschriftenaktion begleitet wird, betonen Presbyterium und Gemeindevertretung weiters: „Als Christinnen und Christen in diesem Land protestieren wir gegen diese Art des Umgangs mit Menschen auf das Schärfste und fordern die zuständigen Behörden und politischen Entscheidungsträger auf, die verfassungsmäßigen Menschenrechte zu schützen. Wir beten darum, dass politische Entscheidungen in der Flüchtlingspolitik nicht von der Angst um Wählerstimmen bestimmt sein mögen, sondern von der Achtung des Rechtes und vom Wohl unseres Landes und der Menschen, die darin leben.“

ISSN 2222-2464