PfarrerIn werden: Der Weg zum Beruf

Menschen in allen Lebenssituationen zu begleiten gehört zu den besonderen Herausforderungen der PfarrerInnen. Foto: epd/Uschmann
Menschen in allen Lebenssituationen zu begleiten gehört zu den besonderen Herausforderungen der PfarrerInnen. Foto: epd/Uschmann

Ingrid Bachler ist Oberkirchenrätin und beschreibt, wie Sie Pfarrer bzw. Pfarrerin werden können.


Vom Reformator Martin Luther stammt ein Zitat, das verkürzt meint:
Das Leben ist nicht ein Sein, sondern ein Werden.

Dieses Wort trifft in besonderer Weise auf den Beruf der Pfarrerin, des Pfarrers zu. Die Freude, Menschen in allen Lebenssituationen zu begegnen, sie zu begleiten, zu trösten, mit ihnen zu lachen und zu weinen, ist eine besondere Herausforderung an die Person der Pfarrerin und des Pfarrers.

Wie werden Sie Pfarrerin bzw. Pfarrer in der Evangelischen Kirche in Österreich?

Sie melden sich schon während des Studiums der Evangelischen Theologie bei der Personalstelle der Evangelischen Kirche, um in die Theologenliste aufgenommen zu werden. Im Laufe des Studiums sind drei Praktika vorgesehen: In jeweils vier Wochen erhalten Sie Einblicke in die Gemeindearbeit, die Jugendarbeit und die Diakonie.

Nach dem abgeschlossenen Studium der Evangelischen Theologie an der Evangelisch-Theologischen-Fakultät (ETF) in Wien oder einer ausländischen Fakultät sowie einem absolvierten Einstellungsgespräch beginnt die Zeit des Lehrvikariats.

Im ersten Jahr stehen der Religionsunterricht und die Einführung in das Schulsystem mit der Induktionsphase im Vordergrund. Daneben sammeln Sie in der Pfarrgemeinde unter Anleitung eines Lehrpfarrers oder einer Lehrpfarrerin die ersten Erfahrungen auf dem beruflichen Weg .

Das zweite Vikariatsjahr ist mit den Kursen im Predigerseminar über die Themen Gottesdienst, Katechetik, Seelsorge und Gemeindeleitung voller Inhalte, die für die Praxis im Beruf wichtig sind. Auch der Austausch und das Feedback in der Studiengruppe sind wertvoll und hilfreich.

Das dritte Jahr (PfarramtskandidatInnenjahr) stellt die Frage nach dem selbständigen Arbeiten in einer neuen Pfarrgemeinde. Jetzt stehen das eigene gute Zeitmanagement und die Vorbereitung auf die Pfarramtsprüfung im Vordergrund. Regelmäßige Supervision ist dabei als Berufsbegleitung im gesamten Berufsleben eine große Hilfe.

Foto: epd/Uschmann
Foto: epd/Uschmann

Nach der bestandenen Pfarramtsprüfung und der Ordination zum geistlichen Amt sind Sie als Pfarrer oder Pfarrerin für eine Pfarrgemeinde wählbar und können sich auf eine freie Pfarrstelle bewerben.

Die Liebe zu Gott und zu den Menschen und die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen sind gute Voraussetzungen, um diesen Beruf mit Freude auszuüben. Denn „das Leben ist nicht ein Sein, sondern ein Werden“.

Ich freue mich auf Ihren Anruf!
Oberkirchenrätin Ingrid Bachler
T.: +43 59 1517 00-200
E-Mail: bxe-crefbany@rinat.ng

ISSN 2222-2464