Neuer Papst: Bischof Bünker erwartet ökumenische Offenheit

Der Argentinier Jorge Mario Bergoglio ist neuer Papst. Von Franziskus erwartet Bischof Michael Bünker auch Fortschritte in der Ökumene. (Foto: epd/M. Uschmann)
Der Argentinier Jorge Mario Bergoglio ist neuer Papst. Von Franziskus erwartet Bischof Michael Bünker auch Fortschritte in der Ökumene. (Foto: epd/M. Uschmann)

Wahl des Namens Franziskus streicht Option für die Armen heraus

Wien (epdÖ) – Der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker gratuliert Kardinal Jorge Mario Bergoglio zur Wahl als Oberhaupt der Römisch-katholischen Kirche. „Ich freue mich mit der Schwesterkirche über die rasche, überzeugende Entscheidung“, sagte Bünker in einer ersten Reaktion. Vom neuen Papst Franziskus erwartet der Bischof, der auch Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) ist, „ökumenische Offenheit“. Seine Wahl bewertet Bünker als sehr positives Signal für die Universalität der Kirche. Der neue Papst dürfte durch sein bisheriges Wirken und die Wahl seines Namens auch deutlich die Option der Kirche für die Armen herausstreichen.

Er hoffe, dass der neue Papst gemäß seinem Namensgeber auch Reformfreude zeigen werde. Bünker verwies auf die ökumenische Offenheit der jesuitischen Theologie der letzten Jahrzehnte, die sich etwa auch beim Zweiten Vatikanischen Konzil bei Theologen wie Karl Rahner gezeigt habe. Das mache berechtigte Hoffnung auf Fortschritte in der Ökumene, hin zu „mehr Dialog und weitere Schritte zu mehr Gemeinschaft“. Diese Fortschritte, so Bünker etwa am Mittwochabend in der ORF-Sondersendung zur Papstwahl, würden „dringend gebraucht“. Notwendig sei ein „starkes Miteinander der Kirchen und Religionsgemeinschaften in einer globalisierten Welt“, denn so würde jede einzelne Kirche glaubwürdiger. Wenn der Name „Franziskus“ Programm sei, dann dürfe man vom neuen Papst auch erwarten, dass er den „ungezügelten Kapitalismus“ zähme.

ISSN 2222-2464