Neue evangelische Kirche in Waidhofen

Starke ökumenische Akzente – Orthodoxer Architekt plante das Gotteshaus

Waidhofen a.d.Thaya (epd Ö) – Im niederösterreichischen Waidhofen an der Thaya wurde am Samstag, 30. Oktober, die neue evangelische „Kirche der Frohen Botschaft“ geweiht. Das vom griechisch-orthodoxen Architekten Prof. Efthymios Warlamis geplante Gotteshaus hat starke ökumenische Akzente: Im Grundstein der Kirche befindet sich ein Werkstück vom Stephansdom, ein Originalstein aus Jerusalem und ein sakrales Glasobjekt aus Konstantinopel.

Der evangelisch-lutherische Bischof Herwig Sturm und der niederösterreichische Superintendent Paul Weiland nahmen die Weihe vor. Auch der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll war anwesend. Zuvor hatte der Architekt den Schlüssel der Kirche an den Pfarrer der Evangelischen Gemeinde Gmünd und Waidhofen, Horst Pehlke, übergeben. Am Gottesdienst wirkten auch die Kuratorin der Gemeinde, Solveig Gschaider, und einige KonfirmandInnen mit.

„Möge diese Kirche der frohen Botschaft Zeichen und Symbol für das Licht für alle Menschen sein“, sagte Superintendent Weiland bei der Eröffnung und dankte allen, die bei der Errichtung der Kirche mitgeholfen haben: „Sie haben Gottesdienst im Alltag geschaffen.“

Sturm: Kirche ist Kleinod des Waldviertels

Als „Kleinod im Waldviertel“ bezeichnete Bischof Sturm in seiner Predigt die neue Kirche: „Sie sammelt Gemeinde, und sie sammelt und sammelt hoffentlich immer wieder Gäste, Wanderer, Schaulustige, die dann hier eintreten und verwandelt werden durch die Pracht des Baus und die Macht des Evangeliums.“

Warlamis: Den Kindern der ganzen Welt gewidmet

„Ich widme diesen Bau, diese Arbeit den Kindern Österreichs, den Kindern Europas – ja, der ganzen Welt“, erklärte Architekt Warlamis in seinem Grußwort und verwies darauf, dass die neue Kirche als „Zeichen der Toleranz“ gestaltet sei. Der Präsident der Generalsynode, Peter Krömer, appellierte an das Presbyterium der Gemeinde: „Es ist Aufgabe des Presbyteriums, nachdem Sie diese Kirche geschenkt bekommen haben, dass auch Gottes Name verherrlicht und das Evangelium verkündigt wird und die Menschen getröstet werden.“ Er verlieh das Ehrenzeichen in Gold der Evangelischen Kirche in Österreich als „höchste Auszeichnung“ an Warlamis als Dank für seinen Einsatz für die neue Kirche.

Pröll: Chance, Gemeinsamkeit zu praktizieren

„Ich bin sehr froh und bewegt, heute hier bei einem Anlass dabei sein zu können, der im Leben eines Menschen selten ist“, meinte Landeshauptmann Erwin Pröll. Der Gemeinde gab er drei Botschaften mit auf den Weg: Die Botschaft der Toleranz, die Botschaft des Miteinanders und die Botschaft wider die Selbstverständlichkeit und Oberflächlichkeit. Diese Kirche verfüge über das notwendige Ambiente, Spiritualität zu empfinden und biete die Chance, Gemeinsamkeit zu praktizieren.

Der Obmann des Evangelischen Gustav-Adolf-Vereines in Österreich, Udo Jesionek, unterstrich den ökumenischen Charakter der Kirche. Mit dem Glauben habe man „von unseren Vätern einen ungeheuren Schatz geerbt in einer Welt, die immer gottloser wird.“ Karl Schwarz, der in Vertretung von Bundesministerin Elisabeth Gehrer an der Eröffnung teilnahm, verwies in seinem Grußwort auf die Lage Waidhofens am Grenzfluss Thaya: „Diese Kirche der frohen Botschaft kündet den Auftrag, eine Brücke zu sein zwischen den Völkern in dieser Grenzregion, die nun wieder zusammenwächst.“

Die kalkulierten Gesamtbaukosten belaufen sich auf rund 380.000 Euro. An Eigenmitteln und Spenden wurden 164.000 Euro aufgebracht, Sponsoren unterstützen das Projekt mit rund 89.000 Euro, das Land Niederösterreich stellte 91.000 Euro, der Bund rund 36.000 Euro zur Verfügung.

ISSN 2222-2464