Müller: „Auch ein tief geistliches Erlebnis“

Gottesdienst bei der Vollversammlung. LWF/E. Coll
Gottesdienst bei der Vollversammlung. LWF/E. Coll

Positive Bilanz der Stuttgarter Weltkonferenz

Stuttgart (epd Ö) – Der Lutherische Weltbund (LWB) hat seine 11. Vollversammlung in Stuttgart als Erfolg bezeichnet. Man habe nicht nur die Sorgen von Christen, sondern die Bedürfnisse der ganzen Welt in den Blick genommen, erklärte der scheidende LWB-Präsident, der US-amerikanische Bischof Mark S. Hanson, am Dienstag zum Abschluss der achttägigen Konferenz mit rund 400 Delegierten.

 

Luise Müller, Superintendentin von Salzburg und Tirol, und Valentin Lein als Vertreter der Jugend nahmen als Delegierte aus Österreich an der Vollversammlung teil. „Für mich war die Vollversammlung auch ein tief geistliches Erlebnis“, schildert Müller ihre Eindrücke gegenüber epd Ö am Mittwoch. Die täglichen Gottesdienste mit ihren Liedern, Zeichenhandlungen und liturgischen Elementen „eröffneten den spirituellen Reichtum aller Erdteile und lutherischen Traditionen“. Beeindruckt zeigte sich Müller auch von der Versöhnung der Lutheraner mit der Freikirche der Mennoniten, deren Vorfahren im 16. Jahrhundert blutig verfolgt worden waren: „Neben allen theologischen Inhalten war das berührend und aufrüttelnd. Wir haben einen gemeinsamen Bußgottesdienst gefeiert, in dem jeder seinem Nachbarn ein Kreuz mit Olivenöl aus dem Heiligen Land auf den Handrücken zeichnete und dazu sagte: ‚Gott gibt dir ein neues Herz und einen neuen Geist‘.“

 

Die Verabschiedung des scheidenden Generalsekretärs des LWB sei dagegen ein afrikanisches Fest gewesen, „mitten in Stuttgart, voller Lebensfreude und Geschenken aus allen Regionen“. So habe die nordische Region Noko etwa eine Norwegerjacke geschenkt.

 

Nicht zuletzt lobte Müller die Freundlichkeit und Kompetenz der gastgebenden Evangelischen Landeskirche in Württemberg, die „reibungslose Abläufe und kompetente Ansprechpartner“ gewährleistete.

 

Hanson: „Gerechtigkeit in unseren Beziehungen“

 

Das Tagungsthema „Unser tägliches Brot gib uns heute“ habe man umfassend verstanden, betonte Hanson in der Abschluss-Pressekonferenz am Dienstag: „Es geht dabei nicht nur um das Essen in unserem Magen, sondern auch um Gerechtigkeit in unseren Beziehungen.“ Der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July, nannte die Vollversammlung ein „großartiges Ereignis“. Zu den Höhepunkten zählte auch er die Versöhnung der Lutheraner mit der Freikirche der Mennoniten.

 

Der designierte Generalsekretär des LWB, Martin Junge, hat am Montagabend vor der Vollversammlung der Lutheraner in Stuttgart angeregt, die nächste LWB-Vollversammlung 2017 abzuhalten und in das 500. Reformationsjubiläum einzubinden.

 

Die 11. Vollversammlung des LWB stand unter dem Thema „Unser tägliches

Brot gib uns heute“. Schwerpunkte der Zusammenkunft vom 20. bis 27. Juli in Stuttgart waren die Wahl des palästinensischen Bischofs Munib A. Younan zum neuen Präsidenten sowie eine Aussöhnung mit der Freikirche der Mennoniten. Neben Luise Müller und Valentin Lein war Michael Bubik als Berater von „Diakonie Eine Welt“ mit in Stuttgart.

 

Der Lutherische Weltbund verbindet 70 Millionen Christen in 79 Ländern.

ISSN 2222-2464