Kirchliche Umweltbeauftragte fordern „RAUS aus EURATOM“

Atomkraft keine Lösung für Klimawandel

Wien 2009 (epd Ö) – „Energie aus Atomkraft ist keine Alternative zu fossilen Energieträgern und keine Lösung für den Klimawandel“, warnen die Umweltbe-auftragten der Römisch-katholischen und der Evangelischen Kirche. Gemeinsam unterstüt-zen die Umweltbeauftragten die Kampagne „Österreich – RAUS aus EURATOM!“ und appel-lieren an alle Christinnen und Christen, sich mit den Folgen dieses Vertrages auseinanderzusetzen.

Dass die Atomindustrie in Brüssel intensiv Lobbyismus betreibe, zeige sich an der Haltung vieler europäischer Staaten, die plötzlich wieder stärker auf Atomkraft setzen wollen. Dies würde einen Rückschritt für Investitionen in erneuerbare Energien bedeuten und das Ener-gieproblem verschieben, aber nicht lösen, so die Umweltbeauftragten.

Solange die Folgen eines Reaktorunfalles viele Generationen schädigten, es weltweit keine sichere Endlagerung für hochradioaktiven Atommüll gebe und der Abbau und die Verarbei-tung von Uran enormen Schaden an Mensch und Natur verursachten, könne es „keine ver-antwortungsethische Zustimmung zur Atomenergie“ geben.

Angesichts der Bestrebungen zur Errichtung und zum Ausbau weiterer Atomkraftwerke in Europa, vor allem in der Tschechischen und der Slowakischen Republik, aber auch in Bulga-rien, Frankreich und Finnland, schließen sich die Umweltbeauftragten der beiden Kirchen den Forderungen von 60 Organisationen, Vereinen und Unternehmen aus Österreich an. An die Bundesregierung appellieren die Umweltbeauftragten, „sich umgehend für einen Ausstieg aus dem EURATOM-Vertrag einzusetzen. Jeder Euro, der in die Atomenergie investiert wird, ist ein verlorener Euro für die Energiezukunft Österreichs und Europas.“

Der Vertrag zur Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM) wurde 1957 unterzeichnet. Alle Staaten, die der EU beigetreten sind, haben auch die EURATOM-Regelungen als Teil des Gemeinschaftsrechts der Union übernommen. Hauptaufgabe der Atomgemeinschaft ist die Entwicklung der Kernforschung.

Nähere Informationen zur Kampagne: www.raus-aus-euratom.at

ISSN 2222-2464