Kirchen sprechen sich für Maßnahmen der Mindestsicherung aus

Ökumene-Vorsitzender Bischof Sturm fordert engagierte Armutsbekämpfung

Wien (epd Ö) – In der Debatte um die Mindestsicherung fordert der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Bischof Mag. Herwig Sturm, von den politischen Kräften eine „engagierte Armutsbekämpfung“. Der lutherische Bischof erinnert in diesem Zusammenhang an das Sozialwort des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich. Darin haben sich die Kirchen dezidiert für Maßnahmen der Mindestsicherung ausgesprochen. In Österreich, so Sturm gegenüber epd Ö, gebe es „tausende Menschen, die ihren Alltag nicht mehr existenzsichernd bewältigen können“.

Im Sozialwort, das die 14 Kirchen am 1. Advent 2003 unterzeichnet haben, heißt es: „Trotz gut ausgebauter sozialer Netze gibt es in Österreich rund 300.000 (Anmerkung: inzwischen 460.000) Menschen, die in akuter Armut leben: Um auch all jenen, die aufgrund nicht erzielbarer oder zu niedriger Erwerbseinkommen keinen Anspruch aus Leistungen aus der Sozialversicherung wie Arbeitslosengeld oder Pensionen erheben können, ein existenzsicherndes Einkommen zu ermöglichen, braucht es Maßnahmen einer Mindestsicherung.“ Ebenso fordern die Kirchen darin „eine den heutigen Herausforderungen entsprechende Weiterentwicklung des Sozialstaates und deshalb eine breite Diskussion aller gesellschaftlichen Kräfte darüber, wie eine grundlegende sozialpolitische Absicherung für alle eingerichtet werden kann“. Der Grundgedanke, der sich auch im Sozialwort finde, laute: „Soziale Sicherheit macht Gesellschaften nicht arm, sondern ist ein wesentliches Element des sozialen Zusammenhalts. Soziale Investitionen wirken sich auch ökonomisch positiv aus.“

„Die christlichen Kirchen Österreichs stehen mit ihrer Unterschrift unter dem Sozialwort hinter diesem Grundgedanken“, betont Bischof Sturm. „Von den politischen Kräften dieses Landes erwarten wir eine entsprechende Gestaltung der zukünftigen Politik.“

ISSN 2222-2464