Kauer: Es geht um den Traum von Europa

Donau-Kirchen Konsultation in Manhartsbrunn und der Beitrag Mitteleuropas zur Europäischen Union

Manhartsbrunn (epd Ö) – „Vor uns liegt mit dem Entwurf für einen Verfassungsvertrag der europäischen Union die einmalige historische Chance, tatsächlich europäische Europäer zu werden” sagte der juristische Oberkirchenrat MMag. Robert Kauer in seinem Vortrag ”Der Beitrag Mitteleuropas zur Europäischen Union vom Eisernen Vorhang zur Europäischen Nahtstelle aus dem Blickwinkel der 15 EU-Länder” am 6. Oktober bei der 3. Donau-Kirchen-Konsultation der Reformierten Kirchen Mittel- und Osteuropas in Manhartsbrunn. Es gehe hierbei nicht um Technokratie und Institutionen und Infrastruktur, „es geht um den Traum von Europa”. Dieser Entwurf bringe auch „erstmals mehr Rechte für alle: Die Grundrechte-Charta für alle, die in diesem Europa leben, aber auch soziale Rechte, Asylrechte und bioethische Rahmenbestimmungen.” Der Kirchenjurist betonte, dass nun erstmals alle, ”tatsächlich alle” Rechtsakte der Union gerichtlich überprüfbar werden.

Kauer erinnerte an „an die Anfänge: Es waren drei engagierte Christen, die die Wiege für das Kindlein Neues Europa gezimmert haben: Robert Schumann, Konrad Adenauer und Alcide de Gasperi.” Und es sei ein „bewusster Christ gewesen, nämlich Roman Herzog, der es zustande gebracht hat, dass der erste EU-Konvent sich auf eine Charta der Grundrechte geeinigt hat, die nun integrierender Bestandteil des Entwurfs für den Verfassungsvertrag der Europäischen Union ist.”

Im Blick auf den Beitritt der Türkei zur Europäischen Union betonte Kauer, dass die Kopenhagener Kriterien wie etwa Rechtsstaatlichkeit oder die demokratischen Kriterien erfüllt sein müssen und dass die Aufnahme von Verhandlungen „noch lange nicht bedeute, dass ein Staat auch aufgenommen wird.”

ISSN 2222-2464