Kälte und Weihnachten: Andrang auf warmes Essen

"Soziale Notstellen und ein warmer Ort sind in solchen Situationen für Armutsbetroffene eine existentielle Frage", erklärt Martin Schenk, Sozialexperte der Diakonie. Für die Aufrechterhaltung des Betriebs sorgen auch zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. (Foto: Diakonie)
"Soziale Notstellen und ein warmer Ort sind in solchen Situationen für Armutsbetroffene eine existentielle Frage", erklärt Martin Schenk, Sozialexperte der Diakonie. Für die Aufrechterhaltung des Betriebs sorgen auch zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. (Foto: Diakonie)

„’s Häferl“ in Wien versorgt Menschen mit Mahlzeiten und Kleidung

Wien (epdÖ) – Das anhaltend nasskalte Wetter der vergangenen Tage lässt den Andrang von Menschen in Not auf einen warmen Ort und ein warmes Essen massiv steigen. „Die Nachfrage nach einem warmen Platz und einem warmen Essen ist groß“, berichtet die Diakonie aus ihrer sozialen Einrichtung „’s Häferl“ in Wien.
„Soziale Notstellen und ein warmer Ort sind in solchen Situationen für Armutsbetroffene eine existentielle Frage“, so Martin Schenk, Sozialexperte der Diakonie. Diese Hilfe werde mehr als je gebraucht. Die Anzahl der servierten Menüs im „Häferl“ sei in den letzten Jahren stark gestiegen: Die Summe an warmen Essen im „Häferl“ habe sich mehr als verdoppelt. „Waren es vor zwei Jahren noch 14.067 Essen so sind es jetzt 35.750 Portionen (pro Tag 243 Menüs), die serviert wurden“, sagt Schenk. „2004 waren es noch 5027 im Jahr“.
In einem Jahr wurden 2485 Kilogramm Erdäpfel und 1094 Kilogramm Zwiebel geschält, 1140 Kilogramm Teigwaren wurden verkocht, ebenso 545 Kilogramm Reis, 720 Kilogramm Fleisch, 785 Kilogramm Wurst, 312 Kilogramm Fisolen, 420 Kilogramm Bohnen und 820 Kilogramm Tomaten.

„Wir haben 3205 Liter Suppe gekocht, und 1390 Eier, 326 kg Mehl und 584 Liter Milch wurden zu 7000 Palatschinken, aus denen so manche Frittateneinlage wurde. Heuer wird’s nicht weniger werden“, berichtet Chefkoch Norbert Karvanek. Zwischen 100 und 200 Menschen werden an vier Tagen pro Woche im „Häferl“ mit Vorspeise, Hauptspeise und Nachspeise versorgt, finden einen Ort, um sich zu treffen und ein bisschen zu Hause zu fühlen. „’s Häferl“ ist an vier Tagen in der Woche für alle Menschen geöffnet.

„An diesen Tagen bieten wir jedem Gast gratis Essen an, wir verteilen bei Bedarf Kleidung und bieten Raum für soziale Kommunikation und Beratung“, erläutert Karvanek, Leiter des „Häferl“. „Wir sind keine Ausspeisung, wir servieren unseren Gästen das Essen, der Unterschied ist uns wichtig!“. Geld- und Lebensmittelspenden würden dringend gebraucht. Auch „sich selbst zu spenden“ und für die Gäste zu kochen, sei eine Möglichkeit zu helfen.

Schlagworte:

ISSN 2222-2464