Johanniter kritisieren neues Freiwilligengesetz

Ehrenamtliche SanitäterInnen bei der Arbeit. Rund 92.000 Einsatzstunden haben Ehrenamtliche 2011 bei den Johannitern geleistet. Foto: Johanniter-Unfall-Hilfe, POV/Herbst
Ehrenamtliche SanitäterInnen bei der Arbeit. Rund 92.000 Einsatzstunden haben Ehrenamtliche 2011 bei den Johannitern geleistet. Foto: Johanniter-Unfall-Hilfe, POV/Herbst

Rettungsdienst und Krankentransport nicht berücksichtigt

Wien (epdÖ) – Rund 92.000 Einsatzstunden haben 396 Ehrenamtliche 2011 bei den Johannitern geleistet, diese Bilanz zog der Bundesgeschäftsführer der Johanniter, Robert Brandstetter, anlässlich des Internationalen Tages der Freiwilligen am 5. Dezember. Heute seien die Johanniter ein klassischer Dienstleistungsbetrieb, ohne Engagement von Freiwilligen seien viele der angebotenen Dienste aber nicht durchführbar. Dass der aktuell zur Begutachtung vorliegende Entwurf des Freiwilligengesetzes Organisationen wie die Johanniter nicht einbeziehe, kritisiert Brandstetter. „Gerade im Rettungsdienst und Krankentransport leisten Ehrenamtliche einen beachtlichen Anteil an Einsatzstunden, umso mehr irritiert uns, dass im geplanten Freiwilligengesetz der Bereich der Rettungsdienste für das Freiwillige Sozialjahr gar nicht berücksichtigt wird“, so Brandstetter.

Der aktuelle Entwurf sei aber nicht nur in dieser Hinsicht verbesserungswürdig. Verstärkte Anstrengungen seien vor allem zur nachhaltigen Förderung des Ehrenamts nötig. „Die Anerkennung ehrenamtlicher Leistungen könnte sich durchaus auch in monetärer Hinsicht niederschlagen, etwa indem Ausbildungskosten und ehrenamtlich geleistete Stunden steuervergünstigend angerechnet werden“. Für Studienrichtungen mit Zugangsbeschränkungen, etwa Medizin, sollte die in der ehrenamtlichen Tätigkeit erworbene Praxis einen leichteren Zugang zum Studium ermöglichen, schlägt der Bundesgeschäftsführer vor.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe zählt mit 900 Mitarbeitern und etwa 180.000 Einsätzen jährlich zu den führenden Rettungsorganisationen Österreichs. 44.000 Förderer unterstützen die Arbeit der Johanniter und ermöglichen mit ihren Beiträgen ein breites Spektrum an sozialen und karitativen Leistungen, etwa Rettungsdienst und Krankentransport, Gesundheits- und Hauskrankenpflege, Palliativpflege, Soziale Dienste, Erste-Hilfe-Ausbildungen, Katastrophenhilfe und Jugendarbeit. Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist ein Werk des evangelischen Johanniterordens und Mitglied der Diakonie Österreich.

ISSN 2222-2464