Hennefeld: „Umweltschutz hat mit Gerechtigkeit zu tun“

Die Schöpfung durch einen anderen Lebensstil zu bewahren habe immer auch mit Gerechtigkeit zu tun, so der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld. Foto: epd/Uschmann
Die Schöpfung durch einen anderen Lebensstil zu bewahren habe immer auch mit Gerechtigkeit zu tun, so der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld. Foto: epd/Uschmann

„Schöpfungszeit“: Kirchen und KPH Wien/Krems feierten Gottesdienst

Wien (epdÖ) – Im Zeichen eines nachhaltigen Lebensstils stand der diesjährige Gottesdienst in der „Schöpfungszeit“, zu dem der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) und die Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Krems (KPH) gemeinsam eingeladen hatten. Das Motto des Gottesdienstes am 2. Oktober am Wiener Campus Strebersdorf lautete „Risiko Faktor Mensch“.

Der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld sagte in seiner Predigt, dass Bildung und Lernen lebenslange Planung brauchen. Viele Menschen zu Zeiten Jesu hatten aber schon mit dem nächsten Tag genug zu tun und lebten „von der Hand in den Mund“. Das sei auch heute noch so, betonte Hennefeld. Er erinnerte an die Schöpfungsgeschichte, in der Gott fünf Tage lang etwas geschaffen habe, ohne dass es den Menschen brauchte: „Er wäre wahrscheinlich nur im Wege gestanden“. Der Mensch sollte dann als Krone der Schöpfung und gleichzeitig als derjenige, der alles aus dem Gleichgewicht bringe, kommen. Man könne fast von einem Risiko sprechen, das Gott mit der Erschaffung des Menschen eingegangen sei. Gott wusste schon, dass der Mensch ein Risiko bleiben würde. Hennefeld machte darauf aufmerksam, dass laut neuestem Bericht des Weltklimarates der Meeresspiegel bis zum Ende des Jahrhunderts deutlich schneller steigen könnte, als bislang angenommen. Der Mensch sei laut Bericht hauptverantwortlich für die globale Erwärmung. Die Schöpfung durch einen anderen Lebensstil zu bewahren habe immer auch mit Gerechtigkeit zu tun. Solange der Mensch sich nur um sein Wohl sorgt, solange sitze er auch in einem selbst gemachten Gefängnis. Wo der Mensch auf das Reich Gottes ausgerichtet sei, „kann die Schöpfung aufatmen“.

Die Kirchen begingen vom 1. September bis 4. Oktober die so genannte „Schöpfungszeit“. Der Sinn liege unter anderem darin, „den Wundern der Schöpfung der Welt liturgisch Raum zu geben“, so der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar und ÖRKÖ-Vorsitzende Nicolae Dura. „Diese Zeit soll dem Gebet für den Schutz der Schöpfung und einem nachhaltigen Lebensstil gewidmet sein, um den Klimawandel aufzuhalten.“

An dem Gottesdienst nahmen u.a. auch der lutherische Bischof Michael Bünker, der griechisch-orthodoxe Erzpriester Ioannis Nikolitsis, der anglikanische Archdeacon Patrick Curran und der Seelsorger der KPH, Franz Ochenbauer, teil. Der Verein „Pilgrim“, Mitveranstalter des Gottesdienstes, war durch Obmann Johann Hisch vertreten. Weiters gestalteten auch die Mitarbeiter der Umweltbeauftragten der katholischen und evangelischen Kirchen den Gottesdienst mit.

ISSN 2222-2464