Hennefeld fordert mehr Einsatz gegen Verfolgung von Christen

Politiker und Kirchenführer sollen verstärkt gegen Verfolgung christlicher Minderheiten in islamischen Ländern auftreten

Wien (epd Ö) – Zu den jüngsten Attentaten islamischer Extremisten gegen Christen und ihre Einrichtungen hat der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld Stellung genommen. In der Ö1-Sendung „Zwischenruf“ vom 9. Jänner forderte der Theologe: „Es ist höchst an der Zeit, dass sich Politiker und Kirchenführer verstärkt gegen Diskriminierung und Verfolgung christlicher Minderheiten in islamischen Mehrheitsgesellschaften einsetzen und die betreffenden Regierungen auffordern, Christen und ihre Einrichtungen besser zu schützen und Religionsfreiheit zu achten.“ In der Sendung erinnerte Hennefeld an die Friedensbotschaft Jesu und erklärte: „In einer aufgeheizten Atmosphäre haben es Hassprediger immer leichter als Friedensstifter. Und oft wird Friedensarbeiterinnen und Friedensarbeitern Blauäugigkeit und Naivität vorgeworfen oder gar Verrat an der eigenen Gruppe.“ Aber gerade dort, wo Menschen gegeneinander aufgehetzt würden oder nur noch die Waffen sprechen, seien Christinnen und Christen gefordert, Frieden zu stiften. „Das bedeutet nicht“, so der Landessuperintendent, „Terror und Gewalt zu verharmlosen, sondern Wege zu suchen, die ein Zusammenleben unterschiedlicher Gruppen möglich machen.“ Zugleich bedeute es, Menschen zu unterstützen, „die über feindliche Gräben hinweg dem anderen die Hand reichen wollen“.

Christenfeindliche Politik nicht zu Propagandazwecken nutzen

Hennefeld verwies darauf, dass die Extremisten ihr Ziel erreicht hätten, „würden Christen und Muslime in großem Stil nun aufeinander losgehen“. Der Theologe warnte auch davor, dass die in zahlreichen muslimisch dominierten Ländern geübte christenfeindliche Politik von Christen auch zu Propagandazwecken benutzt werden könne, um Muslime generell als gewalttätig und fanatisch zu verdammen.

ISSN 2222-2464