Gott als Glücksfaktor

Schlussdiskussion der „Ökumenischen Sommerakademie“ mit hochrangigen Kirchenvertretern

Linz, 21. Juli 2004 (epd Ö) Unter dem Titel „Gott als Glücksfaktor“ stand die Abschlussdiskussion der „Ökumenischen Sommerakademie 2004“ am Freitagmittag, 16. Juli, im Stift Kremsmünster, Bezirk Kirchdorf, in Oberösterreich, an der sich hochrangige Kirchenvertreter beteiligten. Drei Tage lang hatten namhafte Theologen, Mediziner und Geisteswissenschafter sich unter dem Titel „Gott, Glück und Gesundheit“ mit dem aktuellen „Gesundheitskult“ befasst.

Der kritische Vortrag des Psychoanalytikers Tilmann Moser war Ausgangspunkt für zahlreiche Wortmeldungen in der Diskussion. Moser, der 1976 mit seinem Buch „Gottesvergiftung“ für Aufregung gesorgt hatte, referierte über das Thema „Gott als Glück – Gott als Unglück“. Der Psychoanalytiker erzählte, dass er mit Gott „kein Glück“ gehabt hätte, mittlerweile aber zu einem „positiven“ Verständnis gekommen sei.

Anmoderiert von der Vorsitzenden des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, Christine Gleixner, ergriff als erste Oberkirchenrätin Hannelore Reiner von der Evangelischen Kirche A.B. das Wort: Die Menschen, vermutete Reiner, würden bei „allen möglichen und unmöglichen Heilsverkündern ihr Glück suchen, weil wir Christen dieses zu wenig und klar vermitteln können“.

Der Linzer Diözesanbischof Maximilian Aichern stellte fest, die Erwartungen der Menschen seien heute „ungeheuer groß“. Die Kirchen würden sich keineswegs mehr als „allein seligmachend“ sehen: „Prüft alles und behaltet das Gute“, so Aichern. Abschließend sagte der armenisch-apostolische Erzbischof für Mitteleuropa, Mesrob Krikorian, dass Glück nur durch eine „ausgeglichene Harmonisierung der geistig-seelischen und der leiblichen Vergnügungen“ zu finden sei.

ISSN 2222-2464