Glockengeläut in der Steiermark zum Gedenken an das Judenpogrom vor 70 Jahren

Steirische Superintendentialversammlung betont Bedeutung des KonfirmandInnenunterrichts

Selzthal (epd Ö) – Zum Gedenken an die so genannte „Reichskristallnacht“ vor 70 Jahren sollen am 9. November um 20 Uhr in der ganzen Steiermark fünf Minuten lang die Kirchenglocken läuten. Diesen Beschluss fasste einstimmig die Superintendentialversammlung der Evangelischen Diözese A.B. Steiermark, die am 11. Oktober in Selzthal tagte. Damit schloss sie sich einer Empfehlung des Ökumenischen Forums christlicher Kirchen in der Steiermark an. Wo es an einer Kirche mehrere Glocken gibt, soll nur die Hauptglocke geläutet werden, um den Bußgedanken zu unterstreichen. Fast zeitgleich fassten auch die Organe der römisch-katholischen Diözese Graz-Seckau einen entsprechenden Beschluss. Die Aktion ist mit der Israelitischen Kultusgemeinde akkordiert und wird auch in anderen Ländern Europas durchgeführt.

Die Superintendentialversammlung verabschiedete auch eine Erklärung zum „Jahr der KonfirmandInnen“ in der Evangelischen Superintendenz Steiermark für das Schuljahr 2009/10. Damit soll die Aufmerksamkeit der inhaltlichen Arbeit in den Gemeinden und in der Diözese in besonderer Weise auf die Qualität der Vorbereitung junger Menschen auf die Konfirmation gerichtet werden. An dem Projekt ist die Evangelische Jugend Steiermark federführend beteiligt.

Kritik am Naßwalder Modell

In einer Stellungnahme zum Naßwalder Modell übte die Superintendentialversammlung Kritik an den in dem Modell enthaltenen Vorschlägen und machte ihrerseits Vorschläge zur Frage der Größenordnung von Pfarrgemeinden und zu den Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Gemeinden. Bereits am 3. Oktober hatte die Kärntner Superintendentialversammlung in Villach in einer Stellungnahme das neue Kirchenmodell angesichts der „tiefgreifenden strukturellen Veränderungen“ „entschieden“ abgelehnt, die aus dem bisherigen Diskussionsprozess gewonnenen „kreativen Ideen zur Verbesserung der administrativen Abläufe“ sollten jedoch genutzt werden, so die Delegierten der Kärntner Pfarrgemeinden.

Andreas Gerhold neuer Senior

Als Nachfolger von Seniorin Christa Schrauf, die nun als Rektorin dem Leitungsteam des Diakoniewerks Gallneukirchen angehört, wurde von der steirischen Superintendentialversammlung Pfarrer Andreas Gerhold aus Stainz-Deutschlandsberg zum neuen Senior der Region Süd gewählt. Fachinspektorin Michaela Legenstein wurde als weiteres weltliches Mitglied in den Superintendentialausschuss gewählt.

Feierlich bekannt gegeben und geehrt wurden die Gewinner des von der Superintendentialversammlung ausgeschriebenen „Preises für Öffentlichkeitsarbeit“. In der Kategorie „Neue Medien“ gewann die Pfarrgemeinde Kapfenberg den ersten Preis, den zweiten Preis sowie einen Anerkennungspreis in der Kategorie „Freestyle“ erhielt die Pfarrgemeinde Graz-Nord. Einen Preis in der Kategorie „Printmedien“ erhielt die Pfarrgemeinde Kindberg.

Die Preisträger waren von einer unabhängigen Jury von JournalistInnen ausgewählt worden.

Die Vorsitzende der Superintendentialversammlung, Superintendentialkuratorin Evi Lintner, gratulierte der zur Pfarrgemeinde Rottenmann gehörenden gastgebenden Predigtstation Selzthal zu ihrem Hundert-Jahr-Jubiläum sowie zum gelungenen Abschluss der Renovierung ihres Bethauses. Das Bethaus, ein frühes Werk des deutschen Kirchenarchitekten Otto Bartning, war bewusst in der Nähe des Bahnknotens errichtet worden, um eine gute Erreichbarkeit zu gewährleisten.

ISSN 2222-2464