Gemeinsames Betreuungskonzept notwendig

Flüchtlingsorganisationen gegen vorschnelle Schuldzuweisungen

Wien, 13. August 2003 (epd Ö) Die Hilfsorganisationen Caritas, Diakonie und Rotes Kreuz haben am 11. August in einer gemeinsamen Aussendung vor vorschnellen Schuldzuweisungen nach dem Tod des tschetschenischen Asylwerbers im Flüchtlingslager Traiskirchen gewarnt. Die Ereignisse sollten vielmehr zum Anlass genommen werden, ein Umdenken in der Betreuung von AsylwerberInnen in Österreich schnellstmöglich einzuleiten.

Die Hilfsorganisationen bieten an, gemeinsam mit dem Bundesministerium für Inneres ein der schwierigen Situation der asylsuchenden Menschen adäquates Betreuungskonzept zu erarbeiten und umzusetzen. Viele dieser Menschen hätten auf ihrer Flucht Schreckliches erlebt. Die Betreuung Hunderter entwurzelter Menschen mit unsicherer Zukunft bedürfe mehr als der bloßen Bereitstellung von Kost und Logis. „Diese Erfahrung haben wir in unserer jahrzehntelangen Arbeit international und in Österreich – von der Ungarnkrise bis zum Konflikt im ehemaligen Jugoslawien – gemacht“, heißt es in der Aussendung.

Die Betreuung von Flüchtlingen erfordere die Unterbringung in kleineren Organisationseinheiten, Kompetenzen in Mediation und Konfliktregelung, Wissen über die Bedingungen in den Herkunftsländern der AsylwerberInnen, therapeutische Angebote für schwer Traumatisierte und eine besondere Beschäftigung mit Kindern.

ISSN 2222-2464