Evangelischer Pfarrer betont gut funktionierende Ökumene

Wagner: Es gab keine Kommunionverweigerung durch Bischof Schwarz

Gallneukirchen (epd Ö) – Auf die „gut funktionierende ökumenische Zusammenarbeit“ zwischen der evangelisch-lutherischen und der römisch-katholischen Pfarrgemeinde in Gallneukirchen hat der lutherische Pfarrer Mag. Günter Wagner in einem Gespräch gegenüber epd Ö am Montag, dem 2. April, hingewiesen. Wagner war in die Schlagzeilen der Medien geraten, nachdem ihm der Linzer Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz bei der Wiedereinweihung der katholischen Kirche in Gallneukirchen die Kommunion verweigert haben soll. Diesbezüglich betonte Wagner gegenüber epd Ö, dass Bischof Schwarz ihm die Kommunion nicht verweigert habe.

 

Gute ökumenische Gemeinschaft in Gallneukirchen

 

Wagner hob wiederholt die gute ökumenische Gemeinschaft in Gallneukirchen hervor, die seiner Meinung nach auch wesentlich mit der Diakonie am Ort zusammenhänge. In den vergangenen zehn Monaten hatte die evangelische Pfarrgemeinde in Gallneukirchen auch der katholischen Gemeinde am Ort ihre Kirche zur Verfügung gestellt, während die katholische Pfarrkirche renoviert wurde. Im Rückblick darauf berichtete Wagner von einem „guten Miteinander“, das zwischen den beiden christlichen Gemeinden weiter gewachsen sei.

 

Bischof Schwarz habe dann die katholische Gemeinde in Gallneukirchen visitiert. Am Vorabend des Festgottesdienstes für die Wiedereinweihung der Pfarrkirche habe es einen ökumenischen Wortgottesdienst in der evangelischen Kirche mit einer „guten, herzlichen Atmosphäre“ gegeben, so Wagner. Er äußerte seine Freude darüber, dass er auch zum eigentlichen Festgottesdienst am 25. März eingeladen wurde. Während der Messe wäre er auf dem für ihn vorgesehenen Platz geblieben, berichtete der evangelische Pfarrer. Er hätte während der Eucharistie hinter den Zelebranten gestanden und wäre nicht vorgetreten, um die Kommunion zu empfangen. Insofern habe ihm Bischof Schwarz auch nicht die Kommunion verweigert, sagte Wagner, da er sie gar nicht verlangt habe. Im Vorfeld des Festgottesdienstes sei ihm klar gewesen, dass es dabei keine „Interkommunion“ geben kann.

 

Der katholische Pfarrer von Gallneukirchen, Klaus Dopler, berichtete gegenüber der katholischen Nachrichtenagentur Kathpress, dass er aus Dank für das gute ökumenische Miteinander in Gallneukirchen seine Hostie geteilt und dem evangelischen Pfarrer die Hälfte gegeben habe. Zu dieser Vorgangsweise habe er sich berechtigt gesehen, weil Wagner den Glauben an die wirkliche Gegenwart Christi im Altarsakrament teile.

ISSN 2222-2464