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Evangelische Kirche H.B. begeht das Gedenkjahr zum 500. Geburtstag des Reformators Johannes Calvin

Hennefeld: „Wir wollen das gute Erbe Calvins für unsere Zeit fruchtbar machen“

Wien (epd Ö) – Mit Gottesdiensten, Vorträgen und kulturellen Veranstaltungen begeht die Evangelische Kirche H.B. in Österreich zusammen mit den reformierten Kirchen in der ganzen Welt das Gedenkjahr zum 500. Geburtstag des Reformators Johannes Calvin, der am 10. Juli 1509 geboren wurde.

Wie Landessuperintendent Mag. Thomas Hennefeld gegenüber epd Ö erklärte, soll das Calvin-Jahr eine dreifache Funktion erfüllen: „Zum Ersten wollen wir über Calvin, seine Person, sein Handeln und seine umfangreichen Schriften informieren und so diesen herausragenden Geist einer größeren Öffentlichkeit näherbringen. Zum Zweiten wollen wir unausrottbaren Vorurteilen und Klischees über die Person Calvin und über manche seiner Lehren entgegenwirken.“ Dabei solle der Reformator nicht „auf ein Podest“ gestellt oder gar „als Heiliger verehrt“ werden. Auch seine Schattenseiten und die daraus resultierenden negativen Folgen für spätere Generationen sollen, so Hennefeld, nicht verschwiegen werden.

Die dritte Aufgabe des Jubiläumsjahres hält Hennefeld für die wichtigste: „Wir wollen das gute Erbe Calvins für unsere Zeit fruchtbar machen.“ Es handle sich bei diesem Erbe um „wertvolle Impulse für die Entwicklung der Menschenrechte und der Demokratie, für eine gerechte und ökologisch verträgliche Wirtschaftsordnung, für die Entwicklung von Bildung und Wissenschaft, für die Ökumene und für das Verhältnis zum Judentum, aber auch zu anderen Religionen“. Der Landessuperintendent sieht im Calvin-Jahr „auch eine Chance, die reformierte Kirche in Österreich, die eine kleine Minderheit ist, bekannter zu machen durch einen Reformator, der unsere Kirche in ihrer Struktur und in ihren inhaltlichen Grundsätzen wesentlich mitgeprägt hat“.

Höhepunkte des Calvin-Jahres

Erster Höhepunkt des Calvin-Jahres ist die „Evangelische Woche“, eine Veranstaltungsreihe des Evangelischen Bildungswerkes Wien, die vom 8. bis 14. März in der Lutherischen und der Reformierten Stadtkirche sowie im Albert Schweitzer Haus Wien stattfindet. Thema dieser Woche ist das Calvin-Wort „Wo Gott erkannt wird, da wird auch Menschlichkeit gepflegt“. Referenten sind der Wiener reformierte Systematiker Ulrich Körtner, der Freiburger Religionspädagoge Wilhelm Schwendemann und der Wiener Alttestamentler Alfred Loader. Landessuperintendent Hennefeld und der lutherische Bischof Michael Bünker diskutieren über Unterschiede und Gemeinsamkeiten der lutherischen und der reformierten Kirche, und der Film „Let’s make money!“ von Erwin Wagenhofer wird in einem Kino gezeigt und diskutiert. Den Schlusspunkt der Veranstaltungen bildet ein Konzert mit Liedern aus dem Hugenottenpsalter unter der Leitung von Landeskantor Matthias Krampe.

Im Zentrum des Gedenkjahres stehen dann die Jubiläumsfeierlichkeiten der Evangelischen Kirche H.B. und der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Im Rahmen dieser Feierlichkeiten findet am Sonntag, dem 14. Juni, ein Festgottesdienst in der Reformierten Stadtkirche statt, am 15. Juni hält der Zürcher Professor Emidio Campi ebenfalls in der Reformierten Stadtkirche einen Festvortrag. Bei einem Calvin-Symposion im Ethikinstitut der Universität Wien sprechen weitere internationale Gelehrte wie Alasdair Heron, Erlangen, Gábor Vladár, Pápa (Ungarn), sowie der Bochumer Professor Martin Friedrich über Themen wie Calvins europäische und ökumenische Perspektiven.

Veranstaltungen in Oberösterreich und eine Studienreise

Ebenfalls aus Anlass des Calvin-Jahres spricht der Basler Kirchengeschichtler Ulrich Gäbler auf einem Seminar am 22. April im Saal des Evangelischen Museums Oberösterreich über Leben und Theologie des Reformators. Über „Johannes Calvin – Weg und Wirkung“ spricht Gäbler am 4. Mai im Albert Schweitzer Haus in Wien.
„Auf den Spuren von Johannes Calvin und Ulrich Zwingli“ ist das Thema einer Busreise nach Frankreich und in die Schweiz an die Wirkungsstätten der beiden Reformatoren vom 3. bis 11. August.

ISSN 2222-2464