„Donau-Friedenswelle“ im Februar in Österreich

Evangelische Kirchen entlang der Donau feiern Gottesdienste im Zeichen des Friedens zum Abschluss der Initiative „Dekade zur Überwindung von Gewalt“ – Am 17. Februar in Wien

Wien (epd Ö) – Im Februar erreicht die „Donau-Friedenswelle“ Österreich: Mit diesem internationalen Projekt liefern die evangelischen Kirchen in Mittel- und Osteuropa ihren abschließenden Beitrag zur „Dekade der Überwindung von Gewalt: Kirchen für Frieden und Versöhnung“, einer Initiative des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK). Eine speziell erarbeitete Gottesdienstliturgie fließt wie eine Welle entlang der Donau von Land zu Land und wird in vielen Kirchengemeinden gefeiert. Als „heimischer“ Höhepunkt lädt der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) am 17. Februar zu einem ökumenischen Gottesdienst in die Wiener Donaucitykirche. Daraufhin zieht sich das Projekt weiter fort, bis es im Juli in Deutschland seinen Abschluss findet.

Die „Donau-Friedenswelle“ ist Teil einer Veranstaltungsreihe, die sich seit dem Jahr 2001 darum bemüht, bestehende Friedensnetzwerke zu stärken und die Entstehung neuer Netzwerke anzuregen. Startpunkt der „wandernden“ Gottesdienstfeiern im Zeichen des Friedens war im September des Vorjahres in Württemberg. Von dort ausgehend setzten sich die Feierlichkeiten im November in Bayern fort. Nach Österreich wird im März die Slowakei Teil des „Donau-Friedenswelle“-Projektes; Ungarns Evangelisch-Lutherische Kirche ruft dann im April zum gemeinsamen Gebet für den Frieden.

Schließlich wird die „Gebetswelle“ im Mai 2011 jenes Land erreichen, von wo aus die Donau ins Schwarze Meer mündet: Rumänien. Am Ende der „Donau-Friedenswelle“ heißt es dann zurück zum Anfang: In Deutschland, dem Ursprungsland der Donau, wird ein gemeinsamer Festakt mit allen beteiligten Kirchen am 2. Juli in Neu-Ulm an der Ulm das internationale Projekt beenden.
Mit dem Konzept „Donau-Friedenswelle“ rückt der Aspekt des Friedens in den Mittelpunkt: das völkerverbindende Element des Flusses, der durch sechs Länder (Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Serbien, Rumänien) fließt und den Grenzverlauf von vier weiteren (Kroatien, Moldawien, Bulgarien, Ukraine) bildet. „Der Fluss, die Donau, der unsere Länder und ihre Kirchen geografisch verbindet, das fließende Wasser und die Wellen – das alles ist Ausdruck der sich fortbewegenden, sich entfaltenden Energien, die die Zusammengehörigkeit von Menschen, Völkern und christlichen Gemeinden bewusstmachen“, beschreiben die evangelischen Bischöfe Frank Otfried July (Württemberg), Johannes Friedrich (Bayern), Michael Bünker (Österreich), Miloš Klátik (Slowakei), Péter Gáncs (Ungarn) und Christoph Klein (Rumänien) die Donau in einem Geleitwort als Symbol der „internationalen Ökumene“. Eine „liturgische Donaufahrt“ solle die Kirchen der Donauländer miteinander verbinden. Das bestimmende Motto der Gottesdienste geht zurück auf Worte des Propheten Amos: „Es ströme das Recht wie Wasser“ (5,24).

Eine „Dekade“ für den Frieden

Seit dem Zweiten Weltkrieg lautet eine wichtige Zielsetzung des ÖRK: „Krieg darf nach Gottes Willen nicht sein“. Mit der seit dem Jahr 2001 laufenden Veranstaltungs- und Projektreihe „Dekade zur Überwindung von Gewalt“ wird dem Frieden ein ganzes Jahrzehnt gewidmet. Kirchen, Netzwerke und einzelnen Christen erarbeiten dabei gemeinsam Angebote zu gewaltfreier Konfliktlösung, leisten Informationsarbeit und gründen Initiativen auch in Zusammenarbeit mit nichtkirchlichen Gruppen. Im Mai 2011 wird der ÖRK die Initiative mit einem Fest in Jamaika abschließen; die „Donau-Friedenswelle“ versteht sich dabei als mittel- und osteuropäischer Beitrag.

ISSN 2222-2464