Diakonie: Rechtsanspruch auf assistierende Technologien

Etwa 63.000 Menschen mit Beeinträchtigung der Lautsprache sind von ihren Angehörigen abhängig. Mit assistierenden Technologien könnten sie ein selbstbestimmtes Leben führen.
Etwa 63.000 Menschen mit Beeinträchtigung der Lautsprache sind von ihren Angehörigen abhängig. Mit assistierenden Technologien könnten sie ein selbstbestimmtes Leben führen.

Selbstbestimmtes Leben für Menschen mit Behinderung gefordert

Wien (epdÖ) – „Mit assistierenden Technologien können Menschen mit Behinderungen einen Computer nutzen, einer Arbeit nachgehen und soziale Kontakte pflegen – also ein selbstbestimmtes Leben führen. Ein Rechtsanspruch auf diese Hilfsmittel ist dringend notwendig“, spricht sich Martin Schenk, Sozialexperte und stellvertretender Direktor der Diakonie Österreich, für eine rasche Umsetzung aus. „Der Beschluss letzte Woche im Sozialausschuss des Parlaments, eine zentrale Anlaufstelle für Hilfsmittel für Kinder einzurichten, ist sehr zu begrüßen. Dennoch braucht es Rechtssicherheit durch einen garantierten Anspruch sowie einen Zugang für alle Menschen mit Behindrungen, egal welchen Alters“, so Schenk.

Rund 63.000 Menschen mit Beeinträchtigungen der Lautsprache sind in ihrem Kommunikationsverhalten von ihren 190.000 Angehörigen abhängig. Die Organisations- und Finanzierungswege, um entsprechende technische Hilfsmittel zu bekommen, sind „sehr langwierig, da unterschiedliche Stellen (Bund, Länder und Sozialversicherungsträger) zuständig sind“, kritisiert die Diakonie. Ein Rechtsanspruch auf Geräte wie z.B. eine Augensteuerung oder Computer-Tastaturen mit größeren Tasten sowie angepasste Abläufe in der Inanspruchnahme könnten vielen Menschen mühsame Wege ersparen.

Schenk weiter: „Die Vorteile eines guten, finanzierten Angebots dieser Lebenswerkzeuge liegen auf der Hand – Menschen mit eigenständiger Kommunikation können ihr Leben selbstbestimmt gestalten.“ Aber nicht nur das soziale Leben hänge entscheidend davon ab, auch bei Schule, Ausbildung und Beruf seien assistierende Technologien unersetzbare Begleiter. Zudem wirkten sie präventiv, da sie „fordern und fördern und einer erhöhten Pflegebedürftigkeit entgegenwirken“, vor allem aber werde damit klargestellt: „Niemand ist sprachlos.“ Die Mitgliedsorganisation „LifeTool“ der Diakonie Österreich berät und begleitet Menschen mit Behinderungen, die assistierende Technologien in Anspruch nehmen.

ISSN 2222-2464