Deserteursdenkmal in Wien für Opfer der NS-Justiz

Bereits 2009 erinnerte das Personenkomitee mit der Ausstellung "Was damals Recht war..." an Wehrmachtsdeserteure. Foto: Max Wegscheidler
Bereits 2009 erinnerte das Personenkomitee mit der Ausstellung "Was damals Recht war..." an Wehrmachtsdeserteure. Foto: Max Wegscheidler

Bünker: „Damit wird jener Menschen gedacht, die bislang im Schatten des Gedenkens geblieben sind“

Wien (epdÖ) – Für die Errichtung eines Deserteursdenkmals in Wien macht sich das Personenkomitee „Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz“ stark. Unterstützt werden sie dabei unter anderem vom evangelisch-lutherischen Bischof Michael Bünker: „Ich befürworte die Errichtung. Damit wird tausender Menschen gedacht, die bislang im Schatten des Gedenkens geblieben sind. Sie wurden zu Opfern der im nationalsozialistischen Unrechtsstaat zur willfährigen Vollstreckerin des ‚Führers‘ gewordenen Justiz.“ Bünker fordert außerdem, an allen Orten, die an die Gefallenen der Welt-kriege erinnern, Zusatztafeln für die Opfer von Nationalsozialismus und Krieg anzubringen.

Das Personenkomitee engagiert sich seit mehreren Jahren für dieses Projekt. Die Errichtung des Mahnmals ist im Wiener Regierungsübereinkommen zwischen SPÖ und Grünen festgeschrieben. Auch wenn weder Datum noch Ort feststehen, gibt es seitens der Stadtregierung die Zusage, dass das Deserteursdenkmal kommt. Die Initiatoren würden das Denkmal gerne am Wiener Heldenplatz sehen.

Neben Bischof Bünker setzen sich auch Kardinal Christoph Schönborn, die Literaturnobel-preisträgerin Elfriede Jelinek, der Schauspieler Josef Hader, die Publizistin Elfriede Ham-merl, der Schriftsteller Doron Rabinovici oder etwa die Generaldirektorin der Nationalbibliothek Johanna Rachinger für die Errichtung ein.

Weitere Informationen unter: http://www.deserteursdenkmal.at

ISSN 2222-2464