Bischof Sturm: Kirchliche Mahnungen zum Wahlkampf sind „wichtiges Signal“

„Kirchen haben nicht geschwiegen“

Wien (epd Ö) – „Als Kirche gehen wir mit offenen Augen und Ohren und einer klaren Botschaft auf die Wahlen zu.“ Das erklärte der Bischof der Evangelischen Kirche A.B. und Vorsitzende des Oberkirchenrates A.u.H.B., Mag. Herwig Sturm, in einem Journalistengespräch am 27. September in Wien. Zugleich äußerte sich Sturm „dankbar und stolz, dass die Evangelische Kirche zum Thema Wahlen nicht direkt eingegriffen, aber auch nicht geschwiegen“ habe. Sturm verwies auf die Erklärung des Evangelischen Oberkirchenrates A.u.H.B., in der „plakative Aussagen, die von kollektivem Egoismus, nationalistischen Ressentiments und von Fremdenfeindlichkeit bestimmt sind“ verurteilt werden.

Ebenso erinnerte Sturm an die auch im September veröffentlichten „Fragen zur politischen Verantwortung“ des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), in denen es heißt: „Gegenüber Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Rassismus ist Toleranz nicht möglich.“ Sturm, der auch Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich ist, drückte die Hoffnung aus, „dass Österreich seinem Ruf als menschenfreundlicher Staat gerecht wird“.

In diesem Zusammenhang bezog sich der Bischof auch auf die Verleihung des „Großen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich“ an Diakoniedirektor Pfarrer Mag. Michael Chalupka und an den Wiener Caritasdirektor DDr. Michael Landau am Vortag. Dabei habe Bundespräsident Dr. Heinz Fischer unterstrichen, dass die Republik Österreich hinter der Arbeit dieser kirchlichen Organisationen stehe.

Auf Fragen der Journalisten räumte Sturm ein, dass konkrete Erfolge der kirchlichen Mahnungen zum gegenwärtigen Wahlkampf nicht verzeichnet werden könnten. Der Bischof betonte jedoch, es sei wichtig, ein Signal zu setzen, „dass es auch andere Stimmen gibt“.

Sturm lehnte es ab, die Namen jener Parteien zu nennen, deren Parolen im Wahlkampf auf Kritik bei den Kirchen stoßen: „Diesen Dienst wollen wir den Parteien nicht tun.“

ISSN 2222-2464