Bischof Bünker: „Menschenwürde begrenzt staatliche Macht“

Der Synoden-Eröffnungsgottesdienst in der Kirche im Stadtpark in Villach

Villach (epd Ö) – „Es geht um die Werte, die aus der Würde jedes einzelnen Menschen erwachsen.“ Das sagte der evangelisch-lutherische Bischof Dr. Michael Bünker in seiner Predigt im Eröffnungsgottesdienst zur 4. Session der 13. Synode A.B. am 13. November in Villach.

Bünker erinnerte an den „Anstand“ des „zuvorkommenden“ ehemaligen Superintendenten Johannes Heinzelmann, der gegen die Ausschreitungen des Novemberpogroms 1938 in Villach protestiert hatte, und erklärte: „Die Würde des einzelnen Menschen begrenzt die staatliche Machtausübung durch die absolute Geltung von unveräußerlichen Menschenrechten. Es geht um eine Kultur des Respekts, der Achtung und gegenseitigen Anerkennung.“ Der Bischof fragte: „Wie respektvoll und anerkennend ist unser Umgang mit den Menschen, die zu uns kommen?“

Bünker betonte in seiner Predigt: „Christlicher evangelischer Anstand begründet sich nicht in einem Tauschverhältnis des Gebens und Nehmens. Er begründet sich im Evangelium, in Jesus Christus, in der Rechtfertigung des Sünders allein aus Gnaden.“ Die Evangelische Kirche habe „gute Instrumente, Konflikte auszutragen“. Der Bischof kündigte an: „Wir werden als Evangelische Kirche nicht aufhören, den zuvorkommenden Gott zu finden und jedem nahezubringen, Flüchtlingen, Asylanten, Ausgegrenzten.“

Die Liturgie des Gottesdienstes in der Villacher Kirche im Stadtpark gestalteten die Pfarrer Mag. Jürgen Öllinger und Mag. Rudolf Waron. Es sang die Musikgemeinschaft Döbriach, die Orgel spielte Dr. Orthulf Prunner.

ISSN 2222-2464