Aushängeschild für erfolgreiche diakonische Arbeit

Zentrum Spattstraße in Linz feiert 40-jähriges Bestehen

Linz, 28. Mai 2003 (epd Ö) Als ein Aushängeschild der kompetenten sozialen Arbeit würdigte der oberösterreichische Landeshauptmann, Dr. Josef Pühringer, anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums das sozialpädagogische Zentrum Spattstraße, eine diakonische Einrichtung der Evanglisch-methodistischen Kirche in Linz. Was hier geschehe, sei öffentliche Arbeit, die auch weiterhin auf eine vernünftige finanzielle Unterstützung des Landes setzen dürfe.

Mehr als 250 geladene Gäste aus Kirche, Kultur und Politik waren am 21. Mai zu den Jubiläumsfeiern „40 Jahre Zentrum Spattstraße, 20 Jahre Kinderneuropsychiatrisches Sonderkrankenhaus, 20 Jahre Arge Noah“ erschienen, darunter Superintendent Lothar Pöll von der evangelisch-methodistischen und Superintendent Mag. Hansjörg Eichmeyer von der evangelischen Diözese Oberösterreich sowie der Präsident der Diakonie, Dr. Roland Siegrist.

Dankbar darüber, dass über all die Jahre die Zusammenhalt zwischen der kirchlich-sozialen Einrichtung und den Behörden intakt geblieben sei, äußerte sich der Bischof für Mittel- und Südeuropa der Methodistenkirche, Heinrich Bolleter. Bolleter sprach kritisch von einer Zeit, in der die Balance zwischen der Versicherung von Sachwerten und dem Schutz von Leben schon lange nicht mehr stimme. „Autos sind heute besser versichert als das Leben von Kindern“, mahnte Bolleter und forderte eine Neuorientierung gegenüber dem Begriff „Not“.

Chalupka: Furchtloser Umgang mit Autoritäten

Auf den visionären und avantgardistischen Zeitgeist, der 40 Jahre lang im Zentrum Spattstraße im Umgang mit betreuungsbedürftigen jungen Menschen möglich sein durfte und umgesetzt werden konnte, machte Diakonie-Direktor Mag. Michael Chalupka aufmerksam. Dazu zähle auch der demokratische Ansatz, respektvoll, aber furchtlos mit den staatlichen Autoritäten umzugehen.

Der oberösterreichische Landessozialrat Josef Ackerl bezeichnete es als immerwährende Aufgabe von Staat und Kirche, jenen Menschen zu helfen, die mehr mit Schatten- als Sonnenseiten der Existenz konfrontiert seien. Besorgt zeigte er sich in diesem Zusammenhang über die Frage, wie es hierzulande in sozialer Hinsicht weitergehen werde. „Bestimmen in Zukunft wenige Mächtige darüber, was andere kriegen, oder gelingt es uns, dass wir uns einen Wohlfahrtsstaat leisten?“, so der Landessozialrat.

Hochqualifizierte Mitarbeiter

Die Leistung der Menschen, die seit 40 Jahren zum Erfolg beitragen, würdigte der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer. Das Zentrum Spattstraße sei aufgrund seines jahrzehntelangen Know-hows, seiner hochqualifizierten und kompetenten Mitarbeiter zum Aushängeschild für soziale Arbeit in Oberösterreich geworden, so Pühringer. Was hier geschehe, sei eine öffentliche Aufgabe, für die das Land eine vernünftige finanzielle Unterstützung garantiere.

Das Zentrum Spattstraße, von dem Schweizer Ehepaar Rudolf und Emma Siegrist gegründet, ist seit 1963 als Erziehungseinrichtung tätig. Über 1.200 Jugendliche wurden bisher in Wohngruppen und Wohngemeinschaften betreut. Seit nunmehr 20 Jahren wird auch intensiv mit Kindern gearbeitet, die von den Familien allein nicht mehr die notwendige Förderung und Erziehung erhalten können. Intensive Arbeit mit Familien erfolgt im Rahmen der Durchführung von Jugendwohlfahrtsmaßnahmen und durch Hilfe für Menschen mit Behinderung.

www.spattstrasse.at

ISSN 2222-2464