Zweiter Umweltimpulstag in St. Pölten

Umweltethiker Peter Weish: Humanität wurzelt in der Mitgeschöpflichkeit des Menschen

St. Pölten, 17. März 2004 (epd Ö) „Humanität wurzelt in der Mitgeschöpflichkeit des Menschen“, sagte Univ. Prof. Dr. Peter Weish in seinem Impulsreferat „Ökologie und Verantwortung“ anlässlich des 2. Umweltimpulstages am 13. März in der niederösterreichischen Superintendentur St. Pölten. Der Umweltimpulstag stand unter dem Thema „Weniger ist mehr“ und wurde veranstaltet von der Evangelischen Entwicklungszusammenarbeit und dem Wiener Arbeitskreis für Umweltfragen. Aus fast allen Diözesen der Evangelischen Kirche in Österreich nahmen 22 Umweltbeauftragte und an Umweltfragen interessierte Gäste teil.

Der Umweltethiker und Humanökologe Weish forderte in seinem Referat, dass die Umweltethik endlich ihre Anthropozentrik überwinden müsse. Er entfaltete eine biozentrische, ganzheitliche Sichtweise, wie sie die evangelischen Theologen Albert Schweitzer und Hans Jonas entwickelt haben. „Neue Dimensionen der Verantwortung entstehen: Die Verletzbarkeit der Natur, die neue Rolle des Wissens in der Moral, die Tatsachenwissenschaft von den Fernwirkungen technischer Aktion, und die Heuristik dieser Fernwirkungen erfordern heute eine besondere Zukunftsethik (Jonas).“ Bereits heute erkennbare Zusammenhänge „lassen die Auswirkungen menschlichen Handelns für die Ökosphäre erkennen,“ erklärte Weish.

Drei Arbeitskreise widmeten sich am Nachmittag den Themen „Klimabündniszertifizierung“, „Strompool und Strom sparen“ und „Gemeinwohl und Individualverkehr“. Die Leiterin der Veranstaltung, Mag. Lisa Sterzinger von der Evangelischen Entwicklungszusammenarbeit, sagte zum Abschluss: „Ich hoffe, dass die Aufbruchstimmung, die hier spürbar wurde, sich bis zum Umweltimpulstag 2005 in konkreten Aktivitäten niederschlagen wird.“

ISSN 2222-2464