14.03.2026

Zuflucht

Michael Chalupka über Leid bringende Kriege und Trost schenkende Psalmen

Kriege bringen vor allem eines mit sich, unsägliches Leid. (Foto: Depositphotos / akram alrasny)

Michael Chalupka über Leid bringende Kriege und Trost schenkende Psalmen

Ich kann nicht mehr. Ich lese keine Berichte mehr über den Krieg, über die Strategien und die angeblichen Ziele der kriegsführenden Nationen. Aber ich kann mich der Bilder nicht entziehen, die diese Kriege produzieren.

Da sehe ich zwei ältere Menschen, die in Tel Aviv in einer Parkgarage Zuflucht vor den Raketeneinschlägen gesucht haben, auf ihre Handys starren, wohl hoffend, dass der Alarm zu Ende geht. Da sehe ich Frauen und Männer, wie sie in Teheran die Reste ihrer Habseligkeiten aus ihrem nach den Luftschlägen zerstörten Wohnhaus zu bergen versuchen. Und da sehe ich einen Mann, der die Strandpromenade von Beirut vom Blut der Opfer zu säubern versucht. Im Hintergrund glitzern die Wellen des Mittelmeers. Dann sind da noch die Gräber der Mädchen von Teheran, die in das Star-Spangled-Banner gewickelten Särge amerikanischer Soldaten und die weinenden Mütter israelischer Kämpfer. Kriege bringen vor allem eines mit sich, unsägliches Leid. Bei all diesen Begräbnissen wird gebetet. Zuflucht und Trost gesucht, im tiefsten Schmerz.

Ich kann keine Analysen des Krieges mehr hören. Ich stimme ein ins Gebet der Trauernden, wie es in den Psalmen der Bibel einer aufgeschrieben hat, in trostlosen Zeiten, wider alle Erfahrung der Gewalt, die er erlitten hatte.

„Der HERR ist meine Zuflucht!“ „Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.“

Bildquelle: depositphotos.com

ISSN 2222-2464

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Chalupka | Krieg

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