„Zorros Bar Mizwa“ ab Freitag im Kino

Podiumsdiskussion der Evangelischen Akademie zum Filmstart

Wien (epd Ö) – „Zorros Bar Mizwa“ startet am Freitag in ausgewählten Kinos. Der Film von Ruth Beckermann begleitet mit ironisch-kritischem Blick vier Jugendliche und ihre Familien in den Monaten vor der Bar Mizwa, dem jüdischen Initiationsritus. Mit dreizehn gilt ein jüdischer Junge als volljährig, ein Mädchen mit zwölf. Die Zeremonie markiert den Schritt zum Erwachsenen und erfordert, wie der Film zeigt, einiges an Vorbereitungen für das große Familienfest.

Anlässlich des Kinostarts am Freitag luden die Evangelische Akademie Wien, der Filmladen und das Votivkino Dienstagabend zu einer Podiumsdiskussion. Über Initiationsriten und Adoleszenzprobleme diskutierten mit der Filmemacherin der Autor und Kinder- und Jugendpsychiater Paulus Hochgatterer, die Psychoanalytikerin Elisabeth Brainin, der Jugendsoziologe Richard Krisch und der Religionspädagoge und Fachinspektor für den evangelischen Religionsunterricht, Alfred Garcia Sobreira-Majer. Moderiert hatte das Gespräch die ORF-Journalistin Doris Appel.

„Mit jungen Menschen zu arbeiten war eine große Herausforderung“, erzählte Ruth Beckermann. Die Ernsthaftigkeit des Festes komme „mit einem Augenzwinkern ‚rüber“. Wenn Jugendliche in die Erwachsenenwelt eintauchen, passiere dies hier „auf eine sehr sanfte Weise“, beobachtete Paulus Hochgatterer. Konflikte seien oft nur verdeckt sichtbar, da „die jungen Erwachsenen sehr behütet den Übergang bewältigen“ – ganz anders als etwa Jugendliche aus anderen Jugendkulturen, wie Richard Krisch anmerkte: „In die allgemeine Jugendarbeit ist dieses Szenario kaum übertragbar.“ In den Übergangsritualen gehe es darum, die Ablösung von den Eltern zu ermöglichen und gleichzeitig die Bindung an die Gruppe zu festigen, was im Film gut sichtbar werde, meinte Elisabeth Brainin. Die Jugendlichen blieben hier gebunden an die Werte der Gruppe, dadurch schienen die Konflikte „milder“.

Zwischen Nähe und Ablösung

Beeindruckt von der „faszinierenden fremden Welt“ zeigte sich Alfred Garcia Sobreira-Majer. Parallelen zur evangelischen Konfirmation sieht der Fachinspektor im Lesen des Bibeltextes, in der Selbstverpflichtung und im Segen. Dass es um eine „sehr krisenhafte Zeit zwischen Nähe und Ablösung“ gehe, sei im Film „nicht so herausgekommen“.

Hochgatterer wies darauf hin, dass Jugendliche im Übergang zum Erwachsenwerden die Anerkennung der Familie suchen. Zugleich müssten Erwachsene sich aber auch als Konfliktpartner zur Verfügung stellen. Es brauche „glaubwürdige Erwachsene“ und keine „großen Versprechen, die man augenzwinkernd nicht halten muss“, bekräftigte Garcia Sobreira-Majer. Info: www.zorro-derfilm.at

ISSN 2222-2464