Wärmestuben: Pfarrgemeinden helfen Obdachlosen

Die Pfarrcaritas arbeitet erstmals religionsübergreifend. Pfarrgemeinden stellen Räume für Obdachlose zur Verfügung. Foto: kap/Thomas Frühwirth
Die Pfarrcaritas arbeitet erstmals religionsübergreifend. Pfarrgemeinden stellen Räume für Obdachlose zur Verfügung. Foto: kap/Thomas Frühwirth

Katholische und evangelische Pfarrgemeinden und ein türkisch-muslimischer Verein kooperieren

Wien (epdÖ) – Die Obdachlosenhilfe der Pfarrcaritas arbeitet in diesem Winter erstmals religions- und konfessionsübergreifend: Mit 1. Jänner haben 22 von evangelischen und katholischen Pfarrgemeinden und einem türkisch-islamischen Verein gemeinsam betriebene Wärmestuben ihre Pforten geöffnet. Über 1.000 Menschen hätten das Angebot seither angenommen, so Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner am Dienstag bei einem Lokalaugenschein in der evangelisch-methodistischen Kirche in der Sechshauser Straße in Wien. Die Wärmestuben dienen als Ergänzung zu den Notquartieren, die unter Tags geschlossen sind.

Neben Obdachlosen sind die Wärmestuben auch Anlaufstelle für Menschen, die ihre Wohnung nicht mehr ausreichend heizen können. Insgesamt besuchten 8.171 Gäste im vergangenen Winter die Wärmestuben – um 44 Prozent mehr als noch in der Saison zuvor. Die Pfarren und Vereine bieten eine warme Aufenthaltsmöglichkeit, Platz zum Ausruhen, einfache Verköstigung und ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Gäste.

Jede der 22 Wärmestuben hat an einem Tag pro Woche für mehrere Stunden geöffnet – so stehen sieben Tage die Woche geheizte Räume bereit. Organisiert wird der Dienst vor allem über Freiwillige – alleine in der methodistischen Pfarrgemeinde in der Sechshauser Straße helfen bis zu 40 Freiwillige.

Streetworker der Caritas, aber auch soziale Einrichtungen, machen seit einigen Wochen mit mehrsprachigen Flyern auf das Angebot aufmerksam. „Jeder, der sich aufwärmen möchte, kann das hier tun. Denn mit den sinkenden Temperaturen steigt die Gefahr, der sich obdachlosen Menschen aussetzen kontinuierlich“, so Schwertner. Das Ziel der Wärmestuben ist klar: „Niemand soll in Wien schutzlos auf der Straße stehen müssen, kein Mensch darf in der kalten Jahreszeit erfrieren“, sagt Schwertner. Ein Leben auf der Straße zu führen koste Kraft und bedeute Stress. Die Wärmestuben würden hier einen Ausgleich schaffen.

Ausreichend Platz gebe es heuer auch in den Notschlafplätzen, berichtet der Generalsekretär. Insgesamt stünden rund 1.000 Plätze zur Verfügung. Anfang Februar öffnet die Caritas ein zusätzliches Quartier mit 30 Plätzen. Im vergangenen Jahr gab die Caritas 92.000 Teller heiße Suppe beim „Canisibus“ aus, stellte mehr als 130 zusätzliche Notquartierbetten und vermittelte 7.901 medizinische Behandlungen in ihrer Arztpraxis auf Rädern, dem „Luisebus“. (Spendenkonto: IBAN: AT163100000404050050; Kennwort: „Gruft Winterpaket“)

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ISSN 2222-2464