Wilhelm-Dantine-Haus in Wien neu eröffnet

Feiern nach der umfangreichen Generalsanierung: Begegnung wird im Wilhelm-Dantine-Haus großgeschrieben. Foto: Diakoniewerk
Feiern nach der umfangreichen Generalsanierung: Begegnung wird im Wilhelm-Dantine-Haus großgeschrieben. Foto: Diakoniewerk

Nach umfangreicher Generalsanierung betreiben Kirche und Diakoniewerk das Haus gemeinsam

Wien (epdÖ) – Nach einer umfangreichen Generalsanierung ist das Wilhelm-Dantine-Haus am 15. Oktober neu eröffnet worden. Das evangelische Heim in der Blumengasse in Wien-Währing wurde vor über 100 Jahren ursprünglich für Theologiestudierende gebaut und steht heute Studierenden aller Studienrichtungen offen.

Betrieben wird das Haus von der Evangelischen Kirche A.u.H.B. gemeinsam mit dem Diakoniewerk, das nun neben dem Albert Schweitzer Haus und dem Internationalen Studierendenheim Staargasse das dritte Heim für Studentinnen und Studenten in Wien führt. Der Leiter des Hauses, Pfarrer Stefan Schumann, zeigte sich bei der Eröffnung dankbar, dass beide Evangelische Kirchen seit über 100 Jahren zu diesem Haus stehen. Schumann dankte ebenso wie der neue wirtschaftliche Leiter des Hauses, Diakoniewerk-Wien-Geschäftsführer Daniel Dullnig, allen Beteiligten für die gute Kooperation während der schwierigen Phase der Generalsanierung.

Die Rektorin des Diakoniewerks, Christa Schrauf, strich bei der Eröffnungsfeier die gute Kooperation zwischen Kirche und Diakonie hervor. Das Zusammenwirken bezeichnete Schrauf als „wertvoll und zukunftsweisend“. Es brauche junge demokratiefähige Menschen, die sich auf das „protestantische Prinzip der verantworteten Freiheit einlassen und Freude am Gestalten von Kirche und Gesellschaft haben“. Bischof Michael Bünker, der die Segensfeier gestaltete, erinnerte daran, dass es „Tausende Menschen gibt, die einen beheizbaren Raum brauchen“. Der Dank für das neue sanierte Haus verpflichte die Kirchen auch dazu, „offen zu sein für jene Menschen, die heute eine Beheimatung suchen“.

Neben 50 Doublettenzimmern, drei Wohnungen mit Dachterrasse und zwei Doppelzimmer-Appartements mit eigener Küche wird im öffentlich gut angebundenen Haus vor allem die Gemeinschaft großgeschrieben, „Vereinzelung hat hier keine Chance“, meinte etwa Rektorin Christa Schrauf. Gut ausgestattete Gemeinschaftsräume laden zum Kaffeetratsch, Beisammensein und Gespräch ein. Eine Bücherei mit aktuellen theologischen Werken, ein Beamerraum für Filmabende, der zugleich auch Platz für Tischtennis und Wuzzeln (Tischfußball) bietet, und ein Garten für den Sommer sind Plätze der Begegnung, auch der Barraum ist erhalten geblieben. Im Andachtsraum kann am Klavier oder mit eigenen Instrumenten musiziert werden.

Bei der Eröffnungsfeier überreichte Oberkirchenrätin Ingrid Bachler das diesjährige Leistungsstipendium des Dr.-Wilhelm-Dantine-Gedächtnisfonds an Friedrich Schumann. Schumann – trotz des gleichen Namens nicht mit dem Hausleiter verwandt – beschäftigt sich in seinen Studien in Wien und Berlin u.a. mit evangelischer Theologie, Religionswissenschaften und christlicher Frühgeschichte. Das Leistungsstipendium wird für ein Studienjahr vergeben und in zehn monatlichen Raten zu je 500 Euro ausbezahlt.

ISSN 2222-2464