Wiener Superintendentialversammlung diskutierte „Naßwalder Modell“

Wien (epd Ö) – Die Wiener Superintendentialversammlung hat sich am 18. Oktober ausführlich mit dem sogenannten „Naßwalder Modell“ beschäftigt. Dieses Modell ist im Rahmen der Organisationsentwicklung „Offen Evangelisch“ entstanden und sieht Reformen auf der organisatorischen Ebene der Evangelischen Kirche A.B. vor.

 

Die „grundsätzlichen Ziele einer Neuorientierung unserer Kirche“ werden in der Stellungnahme der Superintendentialversammlung zwar begrüßt, die damit verbundenen Strukturveränderungen jedoch abgelehnt. „Einer großen Mehrheit von uns scheinen die konkreten Vorschläge des Naßwalder Modells zur Erreichung dieser Ziele nicht geeignet“, heißt es in der Stellungnahme.

 

Die Mehrheit der Delegierten der Wiener Pfarrgemeinden erwartet vom neuen Kirchenmodell keinen Demokratiegewinn, ebenso wird bezweifelt, dass die Stellung der Ehrenamtlichen dadurch gestärkt würde oder es zu finanziellen Einsparungen käme. „Uns erscheint die Ausrichtung der gesamten kirchlichen Aufbauorganisation an den vier Lebensvollzügen (Leiturgia/Feier – Koinonia/Gemeinschaft – Martyria/Zeugnis – Diakonia/Fürsorge) mehrheitlich sinnvoll“, betont die Wiener Superintendentialversammlung. Anders als im diskutierten Modell sollten Superintendenzen weiterhin ihre Budgethoheit behalten und SuperintendentInnen künftig nicht „BischöfInnen“ heißen. Die Wiener Delegierten sprechen sich weiters mehrheitlich für die Beibehaltung des Gremiums des Oberkirchenrates aus, abgelehnt wird eine österreichweite Kirchenversammlung anstelle der Synode, Superintendentinnen und Diözesankuratorinnen sollten, so die Wiener Stellungnahme, nicht der neuen gesamtösterreichischen Kirchenleitung angehören.

ISSN 2222-2464