Wiener Superintendentenwahl: Drei Kandidaten

Die Pfarrer Johann Holzkorn, Hansjörg Lein und Arno Preis stellen sich dem zweiten Wahlverfahren am 15. November

Wien, 1. Oktober 2003 (epd Ö) Die drei Pfarrer Dr. Johann Holzkorn, Wiener Neustadt, Mag. Hansjörg Lein, Wien, und Mag. Arno Preis, Wien, stellen sich der Wahl zum Superintendenten der Diözese Wien, die am 15. November im Wiener Albert-Schweitzer-Haus stattfindet. Die Wahl ist notwendig geworden, nachdem der langjährige Superintendent, Univ.-Prof. Mag. Werner Horn, in den Ruhestand ging und eine Wahl im April dieses Jahres bei keinem der fünf Kandidaten und Kandidatinnen zu der notwendigen Zweidrittelmehrheit geführt hat.

Johann Holzkorn (46) war seit 1982 Vikar und Pfarrer in Eisenstadt, wo er unter anderem auch mit Gefangenenseelsorge und der Leitung der Telefonseelsorge betraut war. 1993 promovierte er an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien zum Doktor der Theologie. Seit 1997 ist Holzkorn Pfarrer in Wiener Neustadt. In der Diözese Niederösterreich wurde er zum Leiter der Lektorenarbeit bestellt, leitete von 1998 bis 2000 das Evangelische Bildungswerk und war Delegierter in die Synode. Von 2000 bis 2002 hielt Holzkorn Ethikvorlesungen an der Militärakademie Wiener Neustadt. Als „ureigenste Aufgabe der Kirche und der Christen“ sieht er es, „gesellschaftliche Einwicklungen zu erkennen und angemessen zu agieren“. Holzkorn will „evangelisches Profil zeigen“ und den ökumenischen Dialog offen und ehrlich, „zuweilen auch pointiert“ führen. Leitungs- und Entscheidungsaufgaben versteht er auch als „geistliche Aufträge“. Kommunikation und Information seien für die kirchlichen Gremien „von immenser Bedeutung“. Holzkorn ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Aus Kärnten stammt Hansjörg Lein (50). Lein war 1979 Lehrvikar in Wien-Hetzendorf und seit 1980 Vikar und Pfarrer in Wien-Floridsdorf. Der 1998 zum Senior gewählte Theologe ist besonders im diakonischen Bereich und im Religionsunterricht engagiert und war an Entwicklung und Ausbau der evangelischen Gemeinden in den Wiener Gebieten nördlich der Donau maßgeblich beteiligt. Seit 2000 ist Lein Synodaler und Mitglied des Diakonischen Ausschusses der Generalsynode. Für Lein gilt es, in der Ökumene die „protestantische Position hervorzuheben“. Zu seinen Visionen gehört es, dass nach einer abgeschlossenen Umstrukturierung der Diözese die Evangelische Kirche in Wien sich nicht zurückzieht, sondern sich nach außen öffnet und in die Offensive geht. Lein möchte „endlich Außenpolitik machen statt energieverbrauchender Innenpolitik“. „Für mich steht der von Gott geliebte und angenommene Mensch im Mittelpunkt“, erklärt Lein, „für ein gutes Miteinander sind klare Strukturen wichtig.“ Lein ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Auch Arno Preis (48) wuchs in Kärnten auf. Vor seinem Wechsel nach Villach, wo Preis 1992 die Pfarrstelle übernahm und 1996 zum Senior gewählt wurde, war er 11 Jahre Pfarrer in Weiz. Von 2000 bis 2002 leitete Preis als Rektor die Diakonie Waiern und die Diakonenschule. Nach der einvernehmlichen Lösung des Dienstverhältnisses und einem Sabbatjahr wurde Preis im September 2003 der Pfarrgemeinde Bruck/Leitha als Pfarrer zugeteilt. Während seiner kirchlichen und diakonischen Stationen war Preis in mehreren regionalen und bundesweiten Gremien tätig. Neben seiner beruflichen Tätigkeit eignete sich Preis Zusatzausbildungen an, etwa im Bereich des Sozialmanagements oder der Diakoniewissenschaften. Als Superintendent will er versuchen, „neue Sprachformen und Zugänge zu Menschen, ihren spezifischen Erlebnisvorlieben und Arbeitsstilen zu entwickeln, damit christlicher Glaube sich in gelebter Erfahrung erdet“. Andererseits möchte er mit gleichem Ernst darangehen, „Dinge zu bewahren und verwurzelt zu bleiben“. Preis ist verheiratet und hat zwei Söhne.

ISSN 2222-2464