Wiener Spendenparlament vergab 13.000 Euro

Schenk: Soziale Not öffentlich machen

Wien (epd Ö) – Das Wiener Spendenparlament hat am Donnerstagabend, 15. November, über die Vergabe von 13.033 Euro an Sozialprojekte entschieden. Der Verein traf sich zu seiner neunten Sitzung seit Bestehen, um in demokratischer Abstimmung die während des Jahres gesammelten Gelder zu vergeben. 80 „Parlamentarier“ hatten sich zu diesem Zweck im Wiener Gemeinderatssitzungssaal eingefunden.

 

Ein Stimmrecht erwerben Spender, wenn sie jährlich mehr als 75 Euro einzahlen. Bedacht wurden heuer unter anderem ein Jugend-Fußball-Projekt der Heilsarmee, der Verein „Ehe ohne Grenzen“, die Organisation Afra, die Beruf und Familie vereinbaren helfen will, und ein Projekt, welches das mediale Bild von Migranten in Österreich neu gestalten will. Damit hat der Verein seit seiner Gründung 1998 rund 135.000 Euro ausgeschüttet.

 

Heuer versucht man verstärkt eine Professionalisierung der Organisation, um die Zahl der stimmberechtigten Spender zu steigern. Zur Breitenwirkung wurde etwa eine Broschüre produziert, die in Banken aufliegt, und ein Benefizkonzert organisiert. An fünf Wiener Schulen werden daneben Unterrichtsprojekte durchgeführt, bei denen die Schüler als Klasse 75 Euro aufbringen und damit ein Stimmrecht erhalten. „Wir machen soziale Not öffentlich und wollen etwas dagegen tun“, umriss Martin Schenk von der beteiligten Armutskonferenz das Konzept. Die Idee des Spendenparlaments wurde aus Hamburg übernommen. Seit 2000 stellt die Armutskonferenz die nötigen Büros zur Verfügung. Dementsprechend fließen die Spendengelder komplett in die Projekte.

 

ISSN 2222-2464