Wiener Spendenparlament unterstützt vier Sozialprojekte

Abgeordnete stimmten über Verwendung von Spendengeldern ab

Wien (epd Ö) – Das Wiener Spendenparlament hat in seiner achten Sitzung die Vergabe von 10.560 Euro an vier Sozialprojekte beschlossen, die sich mit verborgener Not in Wien auseinandersetzen. Die stimmberechtigten Abgeordneten legten am 16. November in ihrer jährlichen Versammlung im Wiener Rathaus die Dotierung der einzelnen Zuwendungen fest. Die meisten Stimmen und somit die höchste Dotierung erhielt der Verein „Amber“ mit 3.100 Euro. Mit den Spendengeldern wird die medizinische Versorgung von Menschen ohne Kranken- und Sozialversicherung finanziert. Die Aktion „Lattenrost“ wurde von den Parlamentariern mit 2.800 Euro bedacht, die in die Nothilfe für AlleinerzieherInnen fließen. Der Verein „Effata“ durfte sich über 2.500 Euro freuen, die für Sanierungsarbeiten in einem Obdachlosenheim ausgegeben werden sollen. „Pro mente/Kunstraum Sonnensegel“ bekam vom Wiener Spendenparlament 2.100 Euro. Der Atelierbetrieb bietet Künstlern, die durch psychische Erkrankungen ihren Alltag nicht mehr bewältigen können, die Möglichkeit, in einem freien Atelier zu arbeiten.

Spenden mit Stimmrecht – das Wiener Spendenparlament

Der Diakonie-Sozialexperte Mag. Martin Schenk erläuterte, dass im Spendenparlament jede/r SpenderIn mit einem Beitrag ab 75 Euro ein Stimmrecht erhalte und damit als Abgeordnete/r über die Verwendung der Spenden in einer öffentlichen Sitzung mitbestimme. Gefördert werden innovative Sozialprojekte im Raum Wien, die im Vorfeld der Parlamentssitzung von einer Kommission begutachtet und geprüft werden. Diese Kommission kontrolliert auch die Verwendung der Spenden und berichtet dann an die Parlamentarier. Alle stimmberechtigten Mitglieder bestimmen gemeinsam in der Sitzung, wie viel Geld die einzelnen Projekte erhalten. Die ehrenamtliche Helferin Renate Schütz vom Wiener Spendenparlament betonte, dass die Arbeit des Wiener Spendenparlaments transparent und die Handlungen der MitarbeiterInnen leicht nachvollziehbar seien.

SchülerInnen engagieren sich

Dass Isolation und Einsamkeit auch für junge Menschen ein Thema ist, bewies die Teilnahme von zwei Schulklassen, die die nötigen 75 Euro aufgebracht und sich im Rahmen von Projektarbeiten mit demokratischen und sozialen Prozessen vertraut gemacht hatten. „Die Möglichkeit, aktiv an Entscheidungen, die das Gemeinwesen betreffen, teilnehmen zu können, hat mich sehr beeindruckt; ich finde Mitbestimmung einfach toll – noch dazu, wenn man damit etwas verändern kann“, sagte Stefan Karner, Schüler der 5b des Billrothgymnasiums GRG 19.

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ISSN 2222-2464