Wiener Neustadt: Kochende KonfirmandInnen erhalten Umweltpreis

KonfirmandInnen aus Wiener Neustadt kochten ein nachhaltiges Menü für 85 GottesdienstbesucherInnen. Foto: PG Wiener Neustadt
KonfirmandInnen aus Wiener Neustadt kochten ein nachhaltiges Menü für 85 GottesdienstbesucherInnen. Foto: PG Wiener Neustadt

Fünf Pfarrgemeinden und ein Bildungshaus unter den Preisträgern

Wiener Neustadt/Großrußbach (epdÖ) – Die evangelische Pfarrgemeinde Wiener Neustadt sowie vier römisch-katholische Pfarrgemeinden und das katholische Bildungshaus St. Georg sind mit den diesjährigen niederösterreichischen diözesanen Umweltpreisen ausgezeichnet worden. Prämiert wurden dabei am Freitag, 16. November, im Bildungshaus Großrußbach im Weinviertel kirchliche „Vorzeige-Einrichtungen“, die sich durch ökologisches Handeln im Sinne von Schöpfungsverantwortung und Nachhaltigkeit besonders für die Umwelt einsetzen. Vergeben werden die Auszeichnungen von der Katholischen Aktion in der Diözese St. Pölten, der Erzdiözese Wien sowie von der Evangelischen Kirche in Niederösterreich in Kooperation mit dem Land Niederösterreich.

Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung hatte das evangelische Siegerprojekt aus Wiener Neustadt gesetzt. Projekt-Initiator Robert Heisinger erzählt von dem Kochkurs für die Konfirmandinnen und Konfirmanden, der auch bewusstes Einkaufen und Hygienemaßnahmen thematisierte und an dessen Ende ein dreigängiges Menü für alle Besucher des Sonntagsgottesdienstes stand: „Mit 50 Leuten haben wir gerechnet, 85 sind am Ende gekommen“, so Heisinger, selbst professioneller Koch. In zwei Gruppen haben die rund 30 KonfirmandInnen drei verschiedene Suppen sowie Rindsrouladen mit Serviettenknödeln und Gemüse gekocht, als Nachspeise gab es Apfeltiramisu.

Bereits vor dem Erfolg in Niederösterreich war die Koch-Initiative von den österreichischen kirchlichen Umweltbeauftragten als eines von 33 Best-Practice-Beispielen gewürdigt worden. Das Projekt wird es jedenfalls auch heuer wieder geben, versichert Heisinger. Diesmal will man sich für den niederösterreichischen Nachhaltigkeitspreis „17 und wir“ bewerben, der auf die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen Bezug nimmt: „Unser Hauptziel ist dabei Nummer zwölf, nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion“.

Zu den Preisträgern gehören weiters die römisch-katholische Pfarrgemeinde Langegg für ein „Schöpfungstage“-Bildungsprogramm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie die Pfarre Strasshof für die Verwendung von Mehrweggeschirr bei Pfarrfesten oder den Verzicht des Pfarrers auf ein Auto. In Mödring werden Pfarrveranstaltungen als „green events“ umgesetzt, in  Großebersdorf zählt man beim Umbau des Pfarrheims auf Maßnahmen wie LED-Beleuchtung und Opferkerzen ohne Glas und Aluminium. Als ökologisches und sozial nachhaltiges Vorzeigeprojekt wurde zudem das 2016/17 im Passivhausstandard aus- und umgebaute St. Georghaus Bad Traunstein ausgezeichnet. Im Innenausbau kamen bevorzugt ökologisch optimierte Produkte und emissionsarme Bau- und Werkstoffe zum Einsatz.

Der evangelische Superintendent Lars Müller-Marienburg unterstrich in seinen Grußworten die Bedeutung von Austausch und die Vernetzung in der Praxis. Er erlebe in den evangelischen Pfarrgemeinden, dass man sich gegenseitig brauche, um ökologisch zu leben. Der St. Pöltner Weihbischof Anton Leichtfried ermunterte, gerade auch im Alltag auf die „Eine Welt“ zu achten. Das fange schon beim Kauf eines Smartphones an, wo man hinterfragen sollte, wo und wie die Rohstoffe für das Handy abgebaut wurden und zu welchen Bedingungen, Löhnen und in welchem Arbeitsumfeld produziert wird. Der Wiener Weihbischof und österreichische Jugendbischof Stephan Turnovszky brach eine Lanze für junge Menschen. Er sprach sich dafür aus, ihnen in den Pfarren Entscheidungskompetenzen und die Umsetzungen für ökologische Themen zu übertragen.

Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf betonte die Bedeutung der Energiewende in Niederösterreich. Mittlerweile werde 100 Prozent des notwendigen Stroms im Bundesland über Wasser- und Windkraft, Biomasse und Photovoltaik aus erneuerbaren Quellen erzeugt. Pernkopf erinnerte auch an das erfolgreiche Projekt „Energie-Spar-Pfarre“, in dem 273 Beratungen durchgeführt und 181 Energiespar-Projekte in Pfarren mit Landes-Unterstützung umgesetzt worden seien.

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ISSN 2222-2464