Wiener „Friedenstag“ im Zeichen von Austausch und Begegnung

Den SchülerInnen standen u.a. viele Workshops rund um das Themenfeld "Frieden" zur Auswahl, darunter die Meditation mit einem buddhistischen Mönch, ein von der islamischen Fachschule organisierter Workshop zum Abbau kulturelle Vorurteile. Foto: Evangelische Diözese Wien/Schomaker
Den SchülerInnen standen u.a. viele Workshops rund um das Themenfeld "Frieden" zur Auswahl, darunter die Meditation mit einem buddhistischen Mönch, ein von der islamischen Fachschule organisierter Workshop zum Abbau kulturelle Vorurteile. Foto: Evangelische Diözese Wien/Schomaker

650 SchülerInnen trafen sich unter dem Motto: „Gut für mich – gut für dich?“

Wien (epdÖ) – Längst ein Fixpunkt im Schuljahr evangelischer Jugendlicher in Wien ist der „Friedenstag“: Rund 650 SchülerInnen kamen am 4. Dezember in die Auferstehungskirche in der Wiener Lindengasse zu der vor 25 Jahren initiierten Veranstaltung, die heuer unter dem Motto „Gut für mich – gut für dich?“ stand. Die Resonanz auf den Friedenstag, für deren Teilnahme evangelische SchülerInnen ab der 9. Schulstufe vom Wiener Stadtschulrat unterrichtsfrei bekommen, wächst von Jahr zu Jahr, berichtete Organisator Josef Fessler von der Evangelischen Jugend.

Einer der Höhepunkte des Friedenstages war das Gespräch mit Béla Varga, einem 84-jährigen jüdischen Zeitzeugen der NS-Zeit, der zwischen 1944 und 1945 Zwangsarbeit in einem Simmeringer Industriebetrieb verrichten musste. Der amtierende jüdische Vorsitzende der christlich-jüdischen Gesellschaft Budapest und Ehrenmitglied des österreichischen Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit hatte seine Erlebnisse als damals 15-Jähriger in einem Tagebuch zusammengefasst, aus dem er den SchülerInnen vorlas. Nie wieder dürfe sich das Unrecht, das ihm und hunderten von Mithäftlingen damals widerfahren sei, wiederholen, so der Appell von Varga. Es sei deshalb auch für die heutige Jugend wichtig, sich mit der Zeit der NS-Herrschaft auseinanderzusetzen.

Vielfältige weitere Workshops rund um das Themenfeld „Frieden“ standen den SchülerInnen zur Auswahl, darunter die Meditation mit einem buddhistischen Mönch, ein von der islamischen Fachschule organisierter Workshop zum Abbau kulturelle Vorurteile oder auch die Diskussion mit Gefängnisseelsorger Pfarrer Matthias Geist über „Sinn und Unsinn, Ursachen und Folgen des gemeinsamen Haftalltags“. Ein durchgängiges, zentrales Thema waren zudem die Menschenrechte und die Möglichkeiten des eigenen aktiven Einsatzes für ihre Umsetzung.

ISSN 2222-2464