Wien: Zweiter Anlauf für Wahl des Superintendenten

Johann Holzkorn und Hansjörg Lein stellen sich der Wahl am kommenden Samstag – Erstes Wahlverfahren im April brachte kein Ergebnis

Wien, 13. November 2003 (epd Ö) Die zwei Pfarrer Dr. Johann Holzkorn, Wiener Neustadt, und Senior Mag. Hansjörg Lein, Wien-Floridsdorf, stellen sich der Wahl zum Superintendenten der Diözese Wien am kommenden Samstag, 15. November, im Wiener Albert-Schweitzer-Haus. Die Wahl ist notwendig geworden, nachdem der langjährige Superintendent, Univ.-Prof. Mag. Werner Horn, in den Ruhestand ging, und eine Wahl im April dieses Jahres bei keinem der damals fünf Kandidaten und Kandidatinnen zu der notwendigen Zweidrittelmehrheit geführt hat.

Johann Holzkorn (46) war seit 1982 Vikar und Pfarrer in Eisenstadt, wo er unter anderem auch mit Gefangenenseelsorge und der Leitung der Telefonseelsorge betraut war. 1993 promovierte er an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien zum Doktor der Theologie. Seit 1997 ist Holzkorn Pfarrer in Wiener Neustadt. In der Diözese Niederösterreich hatte Holzkorn mehrere übergemeindliche Funktionen inne. So hielt er Ethikvorlesungen an der Militärakademie Wiener Neustadt. Als „ureigenste Aufgabe der Kirche und der Christen“ sieht er es, „gesellschaftliche Einwicklungen zu erkennen und angemessen zu agieren“.

Hansjörg Lein (50) stammt aus Kärnten und war 1979 Lehrvikar in Wien-Hetzendorf und seit 1980 Vikar und Pfarrer in Wien-Floridsdorf. Der 1998 zum Senior (Vertreter des Superintendenten) gewählte Theologe ist besonders im diakonischen Bereich und im Religionsunterricht engagiert und war an Entwicklung und Ausbau der evangelischen Gemeinden in den Wiener Gebieten nördlich der Donau maßgeblich beteiligt. Seit 2000 ist Lein Synodaler und Mitglied des Diakonischen Ausschusses der Generalsynode. Für Lein gilt es, in der Ökumene die „protestantische Position hervorzuheben“.

Der frühere Rektor der Diakonie Waiern, Mag. Arno Preis, der ursprünglich auch für den zweiten Wahlvorgang im November kandidiert hatte, hat seine Kandidatur zurückgezogen.

Zu den Aufgaben des neuen Superintendenten gehört die geistliche Führung der Diözese. Er hat die Aufsicht über die kirchlichen Ordnungen und über die schriftgemäße Verkündigung. Zu seinen bischöflichen Rechten gehören Ordination und Visitation. Seine Stellung entspricht der des Diözesanbischofs in der römisch-katholischen Kirche. Die Diözese Wien hat über 73.000 Mitglieder in 27 Pfarrgemeinden.

ISSN 2222-2464