Wien: Spider Man am Evangelischen Filmtag

Segnen statt Catchen

Wien (epd Ö) – „Einmal eine große Gruppe erleben, in der Schülerinnen und Schüler gemeinsam einen Film anschauen und sich damit auseinander setzen, ist das Ziel des Filmtages“, meint Fachinspektor Dr. Alfred Garcia Sobreira-Majer, der für den Religionsunterricht an Pflichtschulen für die Evangelische Kirche in Wien zuständig ist und diesen Tag organisiert hat. Am 28. Februar 2005 kamen über 100 HauptschülerInnen und deren LehrerInnen im Kino der Stadt Wien „Cinemagic“ zusammen. Die darauf folgende Gruppenarbeit fand in der nahe gelegenen Evangelischen Kooperativen Mittelschule/Hauptschule am Karlsplatz und im Alpenverein Edelweiß in der Walfischgasse statt.

Man erzählt die Geschichte von zwei Gegenspielern, die mit ihren Kräften unterschiedlich umgehen. Der eine verwendet sie zum Guten, der andere zum Bösen. Der Film als „Trivialmythos“ soll Gelegenheit geben, über Gewalt und Verantwortung im Rahmen des Religionsunterrichtes nachzudenken“, so Garcia Sobreira-Majer. In verschiedenen Gruppen hatten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, sich tiefer mit den Inhalten des Films zu beschäftigen. Im Alpenverein Edelweiß konnten sie ausprobieren, sich wie Spinnen beim Klettern zu bewegen und die Kräfte kennen zu lernen.

In einer Gruppe, die Lisa Kolb, bekannt als Theaterpädagogin im Bereich des Forumtheaters, leitete, wurde der Umgang mit den eigenen Kräften erprobt. „Schülerinnen und Schülern fällt es in dem Alter zwischen 13 und 14 Jahren schwer, über sich positiv zu reden. Sie möchten jedoch gerne Konflikte gut lösen können und ein positives Bild von ihrem eigenen Umgang mit Macht gewinnen“, meint Lisa Kolb. „In einer Szene sind sie darauf gekommen, dass auch Segnen eine machtvolle Tat sein kann.“

60 Prozent der VolksschülerInnen in Wien gehen in allgemeinbildende höhere Schulen, 40 Prozent in Hauptschulen, die nun auch als Kooperative Mittelschulen geführt werden können. 70 Prozent von diesen wählen einen weiterführenden Schulweg im AHS-Bereich nach dem 14. Lebensjahr und 50 Prozent von diesen schließen ihn auch ab. „Hauptschulkarrieren bieten so verschiedene Wahlmöglichkeiten“, die der Entwicklung des Kindes Rechnung tragen können, meint der Leiter der Evangelischen Kooperativen Mittelschule/Hauptschule am Karlsplatz, Direktor Franz Jäger.

ISSN 2222-2464