Wien: Religionsunterricht in allen Facetten

Zelt zur „Woche des Religionsunterrichts“ als Schauplatz religionspädagogischer Vielfalt

Wien (epd Ö) – Religionsunterricht in all seiner Methodenvielfalt und konfessionellen Breite wurde am Dienstag auf dem Wiener Stephansplatz anschaulich. „Religion im Zelt“ nannte sich ein Event im Rahmen der „Woche des Religionsunterrichts“, das zu einer beeindruckenden Leistungsschau wurde, wie Heranwachsenden Glaube und Religion in ansprechender Weise näher gebracht werden kann. Das Zelt im Herzen der Wiener City bot allen Interessierten Einblicke, welch kreatives Potenzial Religionsunterricht bei Schülerinnen und Schülern wecken kann: Auf der Bühne präsentierten christliche, islamische und jüdische Schüler z.B. Szenen aus dem Erfolgsmusical „Jesus Christ Superstar“, szenische Umsetzungen eines Bildes von Marc Chagall und einen von Schülern gedrehten religiösen Kurzfilm. Begonnen hatte der Reigen entsprechend der breiten Ausrichtung der erstmals durchgeführten „Woche des Religionsunterrichts“ mit einem multireligiösen Gebet. Als Moderatorin fungierte die frühere katholische Religionslehrerin und jetzige ORF-Wetter-Redakteurin Christa Kummer.

Ikone und Luther-Filmplakat

Auch viele zunächst unbeteiligte Passanten wurden vom bunten Geschehen in das Zelt gelockt: Schon vor dem Eingang konnte man das berühmte Chartres-Labyrinth begehen und sich damit symbolisch auf den Weg in die eigene Mitte begeben. Im Innenraum zogen u.a. von Schülern kunstvoll gestaltete Seidentücher mit Motiven der sechs Schöpfungstage, reichlich bestückte Info-Stände mit religionspädagogischen „Kniffen“ und Kinder in Kostümen biblischer Gestalten die Blicke auf sich. Ein von OberstufenschülerInnen betreuter Fair-Trade-Stand dokumentierte, dass der Religionsunterricht auch gesellschaftspolitisches Engagement weckt. Von Kindern verzierte Kerzen standen für die mystischen Momente des Schulalltages. Junge Kolporteure vertrieben die „Reli-News“, eine von SchülerInnen und ReligionslehrerInnen gestaltete Zeitung. Verantwortliche der Islamischen Glaubensgemeinschaft und der Israelitischen Kultusgemeinde gaben über ihre Erziehungsziele ebenso bereitwillig Auskunft wie die Vertreter des evangelischen, römisch-katholischen, altkatholischen und orthodoxen Religionsunterrichtes. An einer Zeltwand hingen eine orthodoxe Ikone und ein Filmplakat über den Luther-Film einträchtig nebeneinander.

Die „Woche des Religionsunterrichts“ unter dem Motto „Leben.Gut.Ganz.Sinnvoll“ stellt den konfessionellen Religionsunterricht dar und dauert noch bis kommenden Samstag.

Bei der feierlichen Eröffnung der „Woche des Religionsunterrichts“ am Montag würdigte die Präsidentin des Stadtschulrates für Wien, Dr. Susanne Brandsteidl, die Arbeit der Kirchen und Religionsgemeinschaften: Der Religionsunterricht habe „für das spätere Leben eine ganz besondere Bedeutung“. Den LehrerInnen und SchülerInnen dankte Brandsteidl für die „grandiose“ Fülle der Veranstaltungen.

ISSN 2222-2464