Wien: Literaturpreis Ohrenschmaus vergeben

Ihr Text sei "wie ein gemaltes Bild", sagte Laudatorin Barbara Rett über den Siegerbeitrag von Sandra Holzreiter. Foto: pexels
Ihr Text sei "wie ein gemaltes Bild", sagte Laudatorin Barbara Rett über den Siegerbeitrag von Sandra Holzreiter. Foto: pexels

Hauptpreis an Sandra Holzreiter

Wien (epdÖ) – Zum bisher 13. Mal ist am Montag, 2. Dezember, der Literaturpreis „Ohrenschmaus“ vergeben worden. Unter der Schirmherrschaft von Felix Mitterer wurden in der Ovalhalle des Wiener Museumsquartiers aus 111 eingesandten Texten von Autorinnen und Autoren mit Lernschwierigkeiten und Schreibtalent die besten drei Texte ausgezeichnet. Die Werke überzeugten durch ihre Einzigartigkeit und Qualität und begeisterten die Jury wie auch das Publikum, heißt es in einer Aussendung der Caritas Österreich vom Dienstag zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung (3. Dezember).

„Kein Wort zu viel, kein Wort zu wenig. Der Text ist wie ein gemaltes Bild. Emotionen werden nicht ‚beschrieben‘, sondern entstehen im Leser. Zwischen den Zeilen schweben sie. Magisch“, hieß es in der Laudatio von Ohrenschmaus-Jurymitglied Barbara Rett für die Autorin Sandra Holzreiter und deren Siegertext „Der Bub“. Weitere Preise gingen an Gert Baumgartner mit seinem Text „Franziska und die Waschmaschine“ sowie Cornelia Pfeiffer mit ihrem Text „45 Jahre in einer Einrichtung“, deren Werke die Schauspieler Gregor Seberg und Chris Pichler vortrugen.

Inhaltlich ging es bei den Texten heuer um Liebe, Politik, Umwelt sowie Behinderungen. Die Entscheidung über die mit insgesamt 3.000 Euro dotierten Preise fällte eine Jury, der neben Rett auch weitere namhafte Persönlichkeiten der Kulturszene angehörten, darunter Franzobel, Eva Jancak, Heinz Janisch, Ludwig Laher und Schirmherr Felix Mitterer. Partnerorganisationen waren Caritas, Diakonie, Jugend am Werk, Lebenshilfe und Vienna People First, die inklusiven Moderatoren Dani Linzer und die frühere Ohrenschmaus-Preisträgerin Ruth Oberhuber. Die künstlerische Einlage stammte von der inklusiven Tanzgruppe „T21BÜNE – Das Ensemble“.

Wie Franz-Joseph Huainigg, der Initiator des Literaturpreises, hervorhob, präsentiere der „Ohrenschmaus“ nicht nur Texte von Menschen mit Lernbehinderung, sondern lasse gleichzeitig auch alle, die selten mit behinderten Menschen in Berührung kommen, in eine ihnen noch unbekannte Welt blicken. „Die literarische Herangehensweise an das Thema Inklusion ermöglicht es ganz einfach Berührungsängste abzubauen“, so der Kinderbuchautor und Medienpädagoge.

Alle Texte finden Sie unter www.ohrenschmaus.net sowie www.facebook.com/literaturpreis.ohrenschmaus

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ISSN 2222-2464