Wien: Kirchen gedenken der Novemberpogrome von 1938

Bedenkwoche „Mechaye Hametim – Der die Toten auferweckt“

Wien, 9. November 2005 (epd Ö) – Der Erinnerung an die nationalsozialistischen Novemberpogrome von 1938 ist die traditionelle Gebets- und Bedenkwoche „Mechaye Hametim – Der die Toten auferweckt“ in Wien gewidmet. Im Mittelpunkt der diesjährigen Bedenkwoche steht ein ökumenischer Gottesdienst am Mittwoch, 9. November, um 19 Uhr in der Wiener Ruprechtskirche mit der Äbtissin des Klosters Marienkron der Zisterzienserinnen in Mönchhof (Burgenland), Mirjam Dinkelbach, und dem Landessuperintendenten der Reformierten Kirche in Österreich, Wolfram Neumann. An den Gottesdienst schließt sich ein Schweigemarsch zum Mahnmal auf dem Judenplatz an.

Zu den zahlreichen weiteren Veranstaltungen der Bedenkwoche zählt der Vortrag „Jeschua – der jüdische Mensch“ des Salzburger Bibelwissenschaftlers Prof. Wolfgang Beilner am Donnerstag um 18.30 Uhr in den Räumen der Theologischen Kurse (1010 Wien, Stephansplatz 3). Die Vorführung des Films „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ von Marc Rothemund mit einem anschließenden Workshop steht am Freitag um 17 Uhr, ebenfalls in den Räumen der Theologischen Kurse, auf dem Programm. Bereits um 14 Uhr findet am Freitag im „kardinal könig haus“ in Wien-Lainz eine Veranstaltung mit dem Bibelwissenschaftler Detlef Dieckmann vom Institut für Evangelische Theologie an der Freien Universität Berlin zum Thema „Auf Israel hören – Bibel in gerechter Sprache“ statt.

In der Nacht vom 9. auf 10. November 1938, die noch immer unter dem Nazi-Ausdruck „Reichskristallnacht“ bekannt ist, wurden im gesamten deutschen Machtbereich Synagogen in Brand gesteckt, jüdische Geschäfte zerstört und jüdische Wohnungen verwüstet. Zahlreiche jüdische Menschen wurden getötet oder verletzt. In Wien wurden am 10. November 1938 insgesamt 42 Synagogen und Bethäuser zerstört.

ISSN 2222-2464