Wien: Friedenslicht an Pfadfinder aus ganzer Welt übergeben

Kurat Wolfgang König (4.v.l.) appellierte in seiner Predigt an die Pfadfinder aus aller Welt, sich "mutig und kreativ" für eine friedlichere und gerechtere Welt in ihrer jeweiligen Umgebungen und Lebenssituationen einzusetzen. (Foto: Paul Kubalek)
Kurat Wolfgang König (4.v.l.) appellierte in seiner Predigt an die Pfadfinder aus aller Welt, sich „mutig und kreativ“ für eine friedlichere und gerechtere Welt in ihrer jeweiligen Umgebungen und Lebenssituationen einzusetzen. (Foto: Paul Kubalek)

Gottesdienst unter dem Motto „Mutig und kreativ den Frieden gestalten“

Wien (epdÖ) –  Im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes ist das Friedenslicht aus Betlehem am Wochenende in Wien an Pfadfinder aus aller Welt weitergegeben worden. Pfadfinder-Delegationen aus vielen europäischen Staaten von Armenien bis zur Ukraine aber auch aus den USA und Bolivien waren in die syrisch-orthodoxe Kirche Mor Ephrem in Wien gekommen. Dem Gottesdienst standen als Hausherr der syrisch-orthodoxe Chorepiskopos Emanuel Aydin, der evangelische Pfadfinder-Kurat Wolfgang König, Reverend Patrick Curran von der Anglikanischen Kirche und Kaplan Ndumba Douglas Ukomeno von der katholischen Kirche vor.

Kurat König appellierte in seiner Predigt an die Pfadfinder aus aller Welt, sich „mutig und kreativ“ für eine friedlichere und gerechtere Welt in ihrer jeweiligen Umgebungen und Lebenssituationen einzusetzen. „Dann werden wir die Welt ein Stück besser zurücklassen, als wir sie vorgefunden haben“, so König. Wer sich nach dem Vorbild Jesu um Gerechtigkeit bemüht, werde nur allzu leicht als naiv oder Gutmensch abqualifiziert, denn die Logik der gegenwärtigen Welt in Unfrieden sei eine andere als die Botschaft Jesu. Doch vom vermeintlich kurzfristigen Erfolg der „Lauten, Lügner und Egoisten“ sollten sich die Christen nicht entmutigen lassen, appellierte König.

Der Gottesdienst stand unter dem Motto „Mutig und kreativ den Frieden gestalten“. Die Übergabe des Friedenslichtes an die Pfadfinder-Delegationen nahm das diesjährige „ORF-Friedenslicht-Kind“, die 12-jährige Melanie Walterer aus der oberösterreichischen Gemeinde Klam, vor. Die Pfadfinder brachten das Licht im Anschluss von Österreich aus in ihre europäischen Heimatländer, wo es zum Weihnachtsfest als Friedenssymbol verteilt wird.

Seit 1986 wird das Friedenslicht aus der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem nach Österreich geholt und anschließend als Symbol für die Hoffnung auf Frieden in die Welt getragen. Der vom Österreichischen Rundfunk (ORF) ausgegangene Weihnachtsbrauch am Heiligen Abend hat mittlerweile in mehr als 30 Ländern Fuß gefasst.

Schon vor ein paar Tagen brachte Melanie Walterer das ORF-Friedenslicht nach Brüssel und übergab es an Mitglieder der Europäischen Kommission. Begleitet wurde Walterer u.a. vom Oberösterreichischen Landeshauptmann Josef Pühringer. Dieser stellte in seiner vorweihnachtlichen Ansprache statt des Euro oder wirtschaftlicher Interessen das europäische Friedensmodell in den Vordergrund. Der Frieden müsse von unten nach oben wachsen, und das gezündete Licht solle daran erinnern, dass jeder einzelne seinen Beitrag dazu leisten könne, sagte er. Mit Blick auf die Brüsseler Terroranschläge im Vorjahr zeigte sich Pühringer stark beeindruckt, wie die Belgier nach dem Motto „es muss weitergehen, sonst haben die Terroristen ihr Ziel erreicht“, mit der fürchterlichen Gewalt umgegangen seien.

In Österreich selbst wird das Friedenssymbol am 24. Dezember flächendeckend in vielen christlichen Pfarrkirchen, Bahnhöfen, Rot-Kreuz-Stationen, Bundesheer-Kasernen und ORF-Landesstudios verfügbar sein.

ISSN 2222-2464