Wien: Evangelisch-Theologische und Katholisch-Theologische Fakultät zusammen in einem Haus

Paul Zulehner, Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät, Bischof Herwig Sturm und Max Kothbauer, Vorsitzender des Universitätsrates (v.l.)
Paul Zulehner, Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät, Bischof Herwig Sturm und Max Kothbauer, Vorsitzender des Universitätsrates (v.l.)

Haus Schenkenstraße 8–10 feierlich eröffnet

Wien (epd Ö) – Das Haus Schenkenstraße 8–10 im ersten Bezirk in Wien wurde mit einem ökumenischen Wortgottesdienst durch den evangelisch-lutherischen Bischof Herwig Sturm und den römisch-katholischen Kardinal Dr. Christoph Schönborn am Donnerstag, 21. Juni, feierlich eröffnet. Bereits seit einigen Monaten lehren die Evangelisch-Theologische und die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Wien in diesem Haus. Die Bibliotheken beider Fakultäten wurden zur größten theologischen Zentralbibliothek in Europa im Untergeschoß des Hauses zusammengelegt. Im Haus Schenkenstraße 8–10 sind auch Institute der Rechtswissenschaftlichen Fakultät untergebracht. An der Eröffnungsfeier nahmen der für Ressourcen und Bibliothekswesen zuständige Vizerektor der Universität, Univ.-Prof. Dr. Johann Jurenitsch, der Dekan der Evangelisch-Theologischen Fakultät, o.Univ.-Prof. DDDr. James Loader, der Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, o.Univ.-Prof. DDr. Heinz Mayer, der Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät, o.Univ.-Prof. DDr. Paul Zulehner, die Leiterin des Bibliotheks- und Archivwesens, HR Mag. Maria Seissl, und der Vorsitzende des Universitätsrates, Mag. Max Kothbauer, teil.

 

Ethos des Fragens – Philosophische Neugier – Wissenschaftliche Redlichkeit

 

In seiner Predigt bat Sturm um „Gottes Segen für dieses Haus, für alle Menschen, die darin eingehen und ausgehen“. Das „Ethos des Fragens“, „die philosophische Neugier“ und „die wissenschaftliche Redlichkeit sollen in diesem Haus Platz haben“. Ziel des Ganzen sei, dass das Haus „ein ökumenischer Ort“, „ein europäischer Knotenpunkt“ und ein „Ort des Festes und des Lebens – Leben jetzt und in Ewigkeit“ wird, betonte Sturm. Schönborn erbat den Segen für dieses „Haus des Geistes und der Forschung“.

 

Jurenitsch erklärte, dass im Vorfeld des Zusammenziehens der zwei theologischen Fakultäten und einiger rechtswissenschaftlicher Institute in ein Haus „vieles nicht leicht“ gewesen sei. Es hätten jedoch „alle an einem Strang gezogen“. Jurenitsch: „Darauf bin ich stolz, dafür danke ich.“ Dass die Ökumene nun gemeinsam mit den JuristInnen in der Schenkenstraße gelebt werde, „das macht mich sehr froh für die Universität“. Loader erinnerte an das hebräische Wort „chanukka“, das auf deutsch „Fest des Aufbruchs“ oder „Feier der Hoffnung“ bedeute. Die Einweihung des Hauses in der Schenkenstraße sei „der erste Schritt in eine neue Zukunft“. Von der Evangelisch-Theologischen Fakultät aus sehe man die Eröffnung des Hauses „in diesem Licht“. Loader: „Wir erklären uns gerne bereit, diese neue chanukka, diesen Aufbruch gemeinsam mit unseren beiden Partnerfakultäten zu unternehmen.“ Mayer verwies darauf: „Wo die Wissenschaft schweigen muss, kann die Theologie noch Antworten geben.“ Er wünschte dem Haus in der Schenkenstraße, den beiden Wissenschaften der Theologie und des Rechtes „eine wohlgeformte Heimstätte zu sein“.

 

Theologie und Rechtswissenschaft – zwei Trägerfakultäten der Universität in einem Haus

 

Zulehner betonte, dass in dem Haus Schenkenstraße nun auch alle Institute der Katholisch-Theologischen Fakultät wieder zusammengefunden hätten. Durch Theologie und Rechtswissenschaft wären nun „zwei Trägerfakultäten der Universität zusammen in einem Haus“. Außerdem biete sich die „enorme Chance, die Beziehungen zwischen den beiden Schwesterfakultäten neu zu intensivieren“. Da Wien auch in der Ökumene eine „Vorreiterrolle“ habe, wolle man dem an der Universität „nicht nachstehen“. Seissl verwies in ihrem Grußwort darauf, dass mit der gemeinsamen theologischen Fachbibliothek in der Schenkenstraße ein weiterer „Mosaikstein im Bibliotheksbereich Wien“ gesetzt worden wäre. Diese Bibliothek verfüge nun über 350.000 Bücher aus dem Bereich der theologischen Spezialliteratur. Kothbauer erinnerte daran, dass die Verlegung der beiden theologischen Fakultäten und einiger rechtswissenschaftlicher Institute in die Schenkenstraße „eine Millionenentscheidung“ gewesen sei. „Wir sind überzeugt, dass es eine richtige Entscheidung war.“

 

Die Eröffnungsfeier musste nach dem Grußwort von Loader aufgrund eines heraufziehenden Unwetters abgebrochen werden. Sie wurde im Kleinen Festsaal im Hauptgebäude der Universität Wien fortgesetzt.

 

ISSN 2222-2464