Interreligiöses Lernen in direktem Kontakt

Jüdisch-christlich-islamischer SchülerInnen-Dialog über Geburt und Tod in den Religionen

Wien (epd Ö) – Geburt und Lebensanfang sowie der Bereich Tod-Sterben-Begräbnis waren die Themen einer interreligiösen Dialogveranstaltung zwischen SchülerInnen des Jüdischen Gymnasiums, der Islamischen Fachschule für soziale Bildung, des Akademischen Gymnasiums und des Evangelischen Gymnasiums in Wien, die am 5. und 6. Februar in Wien stattfand.

Univ.-Prof. Dr. Robert Schelander von der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, der das Einführungsreferat aus der Sicht des Christentums hielt, begrüßte das Zustandekommen des interreligiösen Dialogs der SchülerInnen, der in dieser Form zum ersten Mal stattfand. Der Religionspädagoge erklärte: „Ich wünsche mir viele solcher Projekte. Der direkte Kontakt und die persönliche Begegnung sind die besten Methoden für interreligiöses Lernen.“ Auch der Religionsunterricht in den Schulen könne von solchen Begegnungen profitieren.

In die einschlägigen Traditionen des Judentums führte Prof. Zeev Solomovits vom Jüdischen Gymnasium ein. Auch Direktorin Mag. Zeynep Elibol von der Islamischen Fachschule für soziale Bildung schilderte die Rituale ihrer Religion, die mit der Geburt eines Menschen verbunden sind. Krankenhausseelsorgerinnen der drei Religionen berichteten über den Alltag in der Babystation des Allgemeinen Krankenhauses in Wien.

Bei einer Exkursion auf den Wiener Zentralfriedhof besuchten die SchülerInnen den neuen Jüdischen Friedhof, den Islamisch-ägyptischen Friedhof sowie den Evangelischen Friedhof und informierten sich über Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Begräbnisritualen der Religionen. Die beiden Projekttage, an denen insgesamt 47 SchülerInnen teilnahmen, wurden organisiert von der evangelischen Religionslehrerin Mag. Ruth Schelander-Glaser im Rahmen ihrer Tätigkeit für das Evangelische Schulwerk (Patchworkinstitut) der Diakonie Österreich.

ISSN 2222-2464