Wien: Benefizkonzert wurde zur Solidaritätsaktion

Marina Moisieva am Klavier und Geigerin Lijana Grigorian begeisterten die Zuhörenden. (Foto: M.Schomaker)
Marina Moisieva am Klavier und Geigerin Lijana Grigorian begeisterten die Zuhörenden. (Foto: M.Schomaker)

Internetpetition gegen die Abschiebung der Konzertpianistin

Wien (epdÖ) – Ein Klavierkonzert der besonderen Art erlebten die rund 120 Zuhörenden am Samstag, 19. Dezember, in der Christuskirche in Wien-Favoriten. Kinder aus dem Diakonie-Flüchtlingshaus „Rossauer Lände“ zeigten ihr Können am Klavier. Auch Marina Moisieva, ihre Klavierlehrerin, die ebenfalls im Flüchtlingshaus wohnt, spielte. Begleitet wurde sie von Geigerin Lijana Grigorian.

Das lang geplante Konzert zugunsten des Flüchtlingshauses war letztlich nicht nur ein Benefiz-Event, sondern wuchs ungeplant zu einer Solidaritäts-Aktion – denn wenige Tage vor dem Auftritt bekam Konzertpianistin Moisieva einen Abschiebebescheid.

Marina Moisieva, die professionelle Geigerin Lijana Grigorian und die vierzehn Kinder bereiteten für die Besucher und Besucherinnen ein berührendes Programm vor. „Trotz der drohenden Abschiebung hatte Moisieva den Mut und die Kraft am Samstag in die Christuskirche zu kommen und hat mit ihrer Begeisterung und Liebe zur Musik die ganze Kirche angesteckt“, sagt Vikarin Anna Kampl, die das Konzert organisiert hatte. „Der Nachmittag war sehr gelungen, emotional, berührend, ermutigend.“ Zum Abschluss sangen alle Nachwuchs-Pianistinnen und -Pianisten gemeinsam „Jingle Bells“.

„Nach dem Konzert gab es eine gemeinsame Jause, die das gegenseitige Kennenlernen von Menschen, die sich vermutlich sonst nie begegnet wären, ermöglicht hat“, berichtet Kampl. „Ich danke allen aus unserer Pfarrgemeinde, die dieses großartige Fest der Freude und Hoffnung mitgestaltet haben.“

Die Spende in Höhe von 762 Euro kam dem Diakonie-Flüchtlingshaus Rossauer Lände zugute.

Außerdem gibt es die Möglichkeit, eine Petition gegen die Abschiebung von Pianistin und Klavierlehrerin Marina Moisieva und ihrem Sohn Bachana hier zu unterschreiben.

ISSN 2222-2464