Widerstandskraft

"Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen", zitiert Michael Chalupka den evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer. Foto: wikimedia/Deutsches Bundesarchiv/cc by-sa 3.0
"Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen", zitiert Michael Chalupka den evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer. Foto: wikimedia/Deutsches Bundesarchiv/cc by-sa 3.0

Michael Chalupka über Dietrich Bonhoeffer

Heute vor 75 Jahren, am 4. April 1945, ist ein fast 10.000 Seiten starkes Tagebuch von Admiral Canaris, einem Mitglied des Verschwörerkreises, der das Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 geplant hatte, aufgetaucht. In diesem Tagebuch wird auch der evangelische Theologe und Pfarrer Dietrich Bonhoeffer genannt. Wenige Tage später werden Canaris und Bonhoeffer auf Befehl Hitlers durch ein SS-Standgericht zum Tode verurteilt und am Morgen des 9. April 1945 im KZ Flossenbürg gehängt.

Wo Bonhoeffer begraben liegt, wissen wir nicht. Nach dem Krieg wurde allerdings zwischen Ziegeln und Dachsparren versteckt eine kleine Schrift gefunden, die er schon zwei Jahre zuvor dort für seine Freunde als Nachlass versteckt hatte. Bereits damals hatte er wohl mit seinem Tod gerechnet.

Im Schreiben an seine Freunde, das im Dachstuhl gefunden wurde, findet sich auch ein Gebet, ein Glaubensbekenntnis, das Eingang in die Bekenntnisse der Evangelischen Kirche gefunden hat. Es tut gut, es immer wieder einmal zur Hand zu nehmen, wenn die Tage sich wie gerade eben verdunkeln. Es ist ein Bekenntnis zum Trost in schweren Zeiten: „Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.“

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ISSN 2222-2464