Welttag der Schöpfung

An einen Schöpfer zu glauben, heißt, auch zu wissen, dass uns die Erde nicht gehört, sondern uns anvertraut ist. Foto: pixabay
An einen Schöpfer zu glauben, heißt, auch zu wissen, dass uns die Erde nicht gehört, sondern uns anvertraut ist. Foto: pixabay

Von Gott und der Welt – Michael Chalupka über Protest und Gebet

Am 1.September feiern die Kirchen den Welttag der Schöpfung. Manch einer mag meinen, sie würden hier spät aber doch auf den Zug der vom Schulstreik für das Klima Greta Thunbergs inspirierten Friday-for-future Bewegung aufspringen.

Den Welttag der Schöpfung gibt es jedoch seit dreißig Jahren. 1989 hatte der damalige Patriarch von Konstantinopel Dimitrios „die ganze christliche Welt“ eingeladen, am 1. September „zum Schöpfer der Welt zu beten: mit Dankgebeten für die große Gabe der geschaffenen Welt und mit Bittgebeten für ihren Schutz und für ihre Erlösung.“

Im Glauben erkennen die Christen hinter der sichtbaren Natur und ihren Gesetzen Gottes guten Willen mit dem Kosmos und seinen Geschöpfen. An einen Schöpfer zu glauben, heißt, auch zu wissen, dass uns die Erde nicht gehört, sondern uns anvertraut ist, sie zu „bebauen und bewahren“, wie es in der Bibel heißt.

Für die Kirchen gehören Bewahrung der Schöpfung und weltweite Gerechtigkeit zusammen. Wenn morgen das Vater Unser gebetet wird, dann wird es hierzulande genauso wie auf den Kiribati Inseln, die im Meer zu versinken drohen, gebetet. Das unsichtbare Band des Gebets verbindet.

Der Welttag der Schöpfung findet morgen zum dreißigsten Mal statt. Die Klimakatastrophe droht weiter. Haben die Kirchen zu schwach protestiert oder zu leise gebetet? Wie dem auch sei. Beides, Protest und Gebet sind nötiger denn je.

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ISSN 2222-2464